LEVERKUSEN. In Nordrhein-Westfalen läuft seit Dienstagfrüh eine groß angelegte Razzia gegen die Rockergruppe Hells Angels. Rund 1.200 Beamte durchsuchen mehr als 50 Objekte in 28 Städten. Zuvor wurde der Verein Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen verboten.

Wie die Tagesschau am 28. April 2026 berichtet, richtet sich der Einsatz gegen Mitglieder und Unterstützer der Gruppe. Die Durchsuchungen begannen gegen 4 Uhr. Auch Spezialeinsatzkräfte sind beteiligt.
Ermittlungen wegen krimineller Vereinigung
Federführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezialstaatsanwaltschaft ZeOS NRW. Im Zentrum steht der Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Durchsucht werden Wohnungen und Geschäftsräume, unter anderem in Leverkusen, Köln, Solingen, Dortmund, Duisburg, Bochum, Bielefeld und weiteren Städten. In Hilden wurde zudem ein Vereinsheim der Rockergruppe durchsucht.
Polizei sichert Beweise und Vermögen
Die Ermittler suchen nach Beweismitteln. Zudem sollen Vermögenswerte gesichert werden. Laut Innenministerium zählt der Einsatz zu den größten Maßnahmen gegen Rockerkriminalität in Nordrhein-Westfalen.
In den vergangenen Jahren wurden in NRW bereits mehrere Ableger der Hells Angels verboten. Zuletzt betraf das 2017 den Verein Hells Angels MC Concrete City. Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte das Verbot später.
Hells Angels gelten in NRW als stark gewachsen
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gelten die Hells Angels in Nordrhein-Westfalen als besonders einflussreich. Zuletzt wurde über 29 Chapter und mehrere Hundert Mitglieder berichtet.
Der Club soll auch durch Überläufer anderer Rockergruppen gewachsen sein. Die Behörden wollen mit dem Verbot und den Durchsuchungen Strukturen zerschlagen und weitere Erkenntnisse sichern.


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