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ROSENAU AM HENGSTPASS. Mit knapp 200 Almen ist der Bezirk Kirchdorf von einer besonderen Kulturlandschaft geprägt. Wie wichtig die Almwirtschaft für den Erhalt dieser Naturjuwele ist, hob Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger bei einer Pressekonferenz auf der Schaumbergalm in Rosenau hervor.

  1 / 12   Christoph, Anja und der kleine Jakob haben auf der Schaumbergalm in Rosenau ihr Zuhause gefunden. Seit rund zwei Jahren lebt und arbeitet die Almfamilie inmitten eines Naturjuwels. (Foto: Sophie Kepplinger)

Satte Blumenwiesen, der Blick auf die nördliche Seite des Sengsengebirges und das entfernte Läuten der Kuhglocken: Die Schaumbergalm in Rosenau ist ein Ort zum Genießen und Entspannen. Die Alm liegt auf rund 1.110 Metern und bietet mit der 2006 neu errichteten Hütte nicht nur Wanderern und Radfahrern einen Platz zum Verweilen – auf 82 Hektar alpen jetzt im Sommer auch rund 75 Rinder der „Agrargemeinschaft Schaumbergalm“. Diese Gemeinschaft besteht aus sechs anteilsberechtigten bäuerlichen Liegenschaften aus Großraming. Gemeinsam bewirtschaften die Landwirte die Schaumbergalm und stecken Energie, Zeit und Geld in die hochgelegenen Weideflächen.

Almwirtschaft: eine harte wie auch wichtige Arbeit

„Die Idylle auf der Alm darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Almbewirtschaftung mit harter, beschwerlicher Arbeit verbunden ist“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). Alljährlich treiben die Almbauern ihre Weidetiere auf und halten die Flächen durch die Beweidung offen. Dadurch schaffen sie nicht nur einen Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, sondern auch einen Erholungsraum und Brauchtumsplatz. Vorrangig bewirtschaften die bergbäuerlichen Betriebe die Almen aber, um Einkommen zu erzielen – und damit ihre eigene Existenz zu sichern.

Unterstützung vom Land OÖ

Unterstützung zur Erhaltung und Entwicklung dieser besonderen Kulturlandschaft gibt es vom Land OÖ durch die Arbeit der Abteilung „Ländliche Neuordnung“ (Agrarbehörde Oberösterreich). Jährlich setzt die Abteilung 30 bis 60 Almförderungsprojekte um. Diese betreffen den Neubau oder die Renovierung von Gebäuden, die Wasser- und Energieversorgung auf Almen und die Neuschaffung von Almweideflächen durch Rodung und Wegebau. Erst kürzlich neu gebaut wurde beispielsweise die Nachbarhütte der Schaumbergalm: die Ebenforstalm in Reichraming.

„Unsere Almen haben einen hohen Wert für Oberösterreich. Viele Tourismus-Betriebe, Lebensmittelproduzenten und auch Gemeinden profitieren von den alpinen Besuchermagneten. Die Unterstützung der Almwirtschaft durch die öffentliche Hand ist damit eine Win-Win-Situation“, sagt Langer-Weninger.

Respektvoller Almbesuch

Die wertvolle Arbeit der Almbauern kann auch auf sehr genussvolle Weise im Bezirk Kirchdorf unterstützt werden: mit dem Einkehren in einer der rund 20 bewirtschafteten Almen mit Hüttenbetrieb. Wichtig bei jedem Almbesuch, ob mit Hütteneinkehr oder ohne, ist der respektvolle Umgang mit Natur und Weidevieh. Denn: „Auf der Alm gibt’s zwar koa Sünd‘, aber ein paar Verhaltensregeln, die jeder kennen sollte“, betont die Agrar-Landesrätin.

Verbesserungen bereits spürbar

Die klare Kommunikation der wichtigsten Verhaltensregeln in den vergangenen Jahren habe bereits zu einer Verbesserung der Lage geführt, so Johann Feßl, Obmann des Oö. Almvereins und Bürgermeister von Edlbach (ÖVP). „Die Menschen sind aufmerksamer im Umgang mit den weidenden Tieren. Von unseren Almbauern kamen dazu viele positive Rückmeldungen. Nichtsdestotrotz möchte ich auch den heutigen Termin dafür nutzen, um auf das richtige Verhalten auf den Almen hinzuweisen“, betont der Edlbacher.

Zehn Verhaltensregeln

Zu den zehn Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh auf der Alm gehören:

  1. Den Kontakt zu den Tieren vermeiden
  2. Weidevieh nicht erschrecken
  3. Begegnungen von Mutterkühen und Hunden vermeiden
  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen
  5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen
  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großen Abstand umgehen
  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zuwenden, den Tieren ausweichen
  8. Schon bei den ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen
  9. Zäune sind zu beachten. Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren
  10. Den auf der Alm arbeitenden Menschen, den Tieren und der Natur mit Respekt begegnen
Daten & Fakten zur OÖ Almwirtschaft
* In Oberösterreich sind aktuell 638 Almen und Almflächen in das Almbuch (Almkataster) der Agrarbehörde eingetragen. Zwei Drittel davon werden aktiv bewirtschaftet.
* 50 Prozent der Almen sind Einzel- oder Privatalmen, 40 Prozent Einforstungsalmen mit Weiderechten auf Fremdgrund und 10 Prozent Gemeinschaftsalmen
* 4653 Rinder, 902 Schafe, 78 Pferde und 51 Ziegen von 636 tierhaltenden Betrieben bevölkerten im Sommer 2020 oberösterreichs Almen

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