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OÖ. 77 Prozent finden den Zusammenhalt in ihrer Familie stark. Als Herausforderungen im Pandemie-Jahr wurden vor allem Ausgangsbeschränkungen und die Reduktion sozialer Kontakte wahrgenommen. Das sind zentrale Ergebnisse der Familien- und Wertestudie 2021 des Instituts Imas (Institut für Markt- und Sozialanalysen, Anm.) im Auftrag des OÖ Familienreferats. Weitere Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden am Montag, 5. Juli, präsentiert.

  1 / 2   Drei von vier Oberösterreichern halten den Zusammenhalt in ihrer Familie für stark. Das ist eines der Ergebnisse der Familien- und Wertestudie 2021, die das Institut Imas im Auftrag des OÖ Familienreferats durchführte. (Foto: Lucky Business/Shutterstock.com)

Für die Studie wurden 1.008 Personen, die repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren sind, persönlich befragt. Aspekte waren etwa, ob eine Familie zum Lebensglück benötigt wird und wie groß die ideale Familie sein sollte. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) antwortete an dieser Stelle, dass eine Familie gebraucht werde, um glücklich zu sein. Das sind um sechs Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. Kinder zählen für etwa 70 Prozent der Befragten zur idealen Familiengröße - tendenziell zwei Kinder, gefolgt von einem Kind. Für jede zehnte Person sind Kinder hingegen nicht Teil einer idealen Familie. Assoziiert werden mit Familien vor allem Zusammenhalt (24 Prozent), die Kernfamilie aus Vater, Mutter, Kind(er) oder Paaren mit Kindern (21 Prozent) sowie die erweiterte Familie, zu der beispielsweise noch Großeltern zählen (15 Prozent). Vergleichsweise weniger genannt werden Verantwortung oder Freundschaften.

Pandemie veränderte Familienalltag

Zusätzlich zu allgemeinen Einstellungen blickte die Imas-Studie auch auf das vergangene Jahr zurück. Hier zeigte sich, dass vor allem der erste Lockdown als herausfordernd für das Privatleben empfunden wurde. Für Familien mit Kindern bis 14 Jahren im Haushalt (ein Fünftel der Befragten, Anm.) war es in erster Linie schwierig, soziale Kontakte zu Familie und Freunden zu vermeiden; die Struktur im Tagesablauf aufrechtzuerhalten, die Kinder zu beschäftigen und die Aufgaben der Schule zu erledigen. Auf der anderen Seite wurde auch von positiven Erlebnissen berichtet wie mehr Zeit mit der Familie, gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie Spieleabenden und Ausflügen in die Natur oder schlicht weniger Stress und mehr Ruhe. Zugenommen hat im Vergleich zu 2019 die Sorge, dass Kinder zu viel fernsehen, im Internet surfen oder mit ihrem Handy spielen.

„Familien stellen sich all diesen Herausforderungen und meistern sie - mal gut, mal weniger gut. Aber vor allem zusammen als Familie – ganz unter dem Motto: Keine Familie ist perfekt, aber von unschätzbarem Wert. Zu betonen ist, dass Familien systemerhaltend sind, weil diese es mehr oder weniger schafften, die Gesellschaft während der Pandemie zum Funktionieren zu bringen. Als Familienreferent des Landes Oberösterreich ist es mir daher ein besonderes Anliegen, die Leistungen der Familien hervorzuheben und diese wertzuschätzen. Deshalb muss das Land Familien in jeglicher, vor allem in finanzieller und struktureller Hinsicht bestmöglich unter die Arme greifen“, hielt Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner bei der Studienpräsentation fest.

Kampagne soll Bedeutung von Familie zeigen

Um Leistungen von Familien hervorzuheben, führen Haimbuchner und das OÖ Familienreferat derzeit eine Kampagne durch. Gesetzt wird auf Medienaktivitäten und eine Plakatkampagne, die bereits Kritik hervorrief. Der Text „Wenn Mama nicht vor dem Computer arbeitet, hilft sie mir, meine Aufgaben zu machen. Eigentlich macht sie das ganz gut. Nur in Mathe soll ich lieber die Lehrerin fragen“ transportiere laut Arbeiterkammer OÖ Präsident Johann Kalliauer etwa ein „fragwürdiges Familien- und Frauenbild“. Frauen würden auf eine nicht zeitgemäße Rolle festgelegt werden.

Von Haimbuchner heißt es,, dass das Land laufend mit Wissenschaftlern in Kontakt sei, um die Situation von Familien zu erfassen und auf zukünftige Herausforderungen rechtzeitig reagieren zu können. „Eine eigene Familie stärkt den Stellenwert im persönlichen Leben. Ich wünsche mir, dass wir neben dem gesamten Umfeld für Familien den Zusammenhalt in jeder Familie in Oberösterreich mit einem bunten Angebot der OÖ Familienkarte bereichern und stärken können. Denn, wie auch dieser aktuelle (insgesamt fünfte, Anm.) Familienwerteindex zeigt, sind gemeinsame Unternehmungen ein wichtiger Bestandteil in der Familie und das bedeutet Identität und Zusammenhalt“, schließt der Politiker. Die OÖ Familienkarte, die für Familien mit Familienbeihilfe für mindestens ein Kind und Wohnsitz in OÖ kostenlos erhältlich ist, hat mittlerweile etwa 1.700 Partnerbetriebe. Auf ihrer Webseite findet sich ein Überblick über aktuelle Aktionen wie eine Westbahn-Fahrt zum halben Preis.


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