Telefonseelsorge OÖ: Wie ein entspannter Sommer mit der Familie gelingen kann
OÖ. Nach einem herausfordernden Corona-Jahr ist die Sehnsucht nach Erholung bei Eltern, ihren Kindern und Jugendlichen groß. Da sich Entlastung und Leichtigkeit jedoch nicht auf Knopfdruck einstellen, gibt die TelefonSeelsorge OÖ Tipps und Anregungen für einen entspannten Sommer.

Die Sommerferien sollten zur Regeneration genutzt werden, sagt Silvia Breitwieser, Leiterin der TelefonSeelsorge OÖ - Notruf 142. Daher sollte zum Beispiel nicht über schlechte Schulnoten diskutiert werden. Wenn Kinder für eine Nachprüfung lernen müssen, sei es ratsam, bereits zu Beginn der Ferien gemeinsam einen Zeitplan fürs Lernen zu erstellen und Auszeiten festzulegen. Abgesehen davon sei der Sommer laut TelefonSeelsorge OÖ eine gute Gelegenheit, um Leistungs- und Termindruck zu reduzieren. Kinder würden sich nach einer Zeit sehnen, in der sie nichts leisten oder auf die Uhr schauen müssen. Selbst Langeweile könne sinnvoll sein und kreative Prozesse anstoßen.
Ideen für Freizeitgestaltung
Es ist nicht nötig, rund um die Uhr alles gemeinsam zu unternehmen. Eltern brauchen zwischendurch Erholung. Als Aktivitäten für und mit Kindern schlägt das Team der TelefonSeelsorge OÖ unter anderem Spiele, Vorlesen, Malen, Bewegung, Treffen im Freundeskreis, Besuche im Freibad und Ausflüge vor. Vor dem Smartphone, am Fernseher oder bei Computerspielen sollte nicht mehr Zeit verbracht werden als sonst. Hier empfehle es sich, Offline-Zeiten zu vereinbaren, die für die gesamte Familie gültig sind, und über Medienkonsum zu sprechen. Gleichzeitig sollte Kindern und Jugendlichen der Kontakt zu ihrem Freundeskreis über digitale Strukturen erlaubt werden. Dies schaffe einen notwendigen Ausgleich zu den Eltern.
Bezüglich psychischer Gesundheit hält das Team fest, dass Dinge wie ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus, ausreichend Schlaf, ein strukturierter Alltag, Rituale wie gemeinsame Essenszeiten, Bewegung, gesunde Ernährung und mindestens einmal täglich Sonnenlicht sowie frische Luft positiv wirken.
Wertschätzende Kommunikation
Die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen sollte immer warmherzig, interessiert und wertfrei sein. Unangenehme Gefühle und negative Gedanken sollen Gehör finden und ernst genommen werden. Dabei sollte außerdem drauf geachtet werden, nicht jeder pampigen Äußerung hohen Wert beizumessen.
Hilfestellungen für Eltern
Überforderten Eltern rät Barbara Lanzerstorfer-Holzner, Projektleiterin beim ElternTelefon der TelefonSeelsorge: „Seien Sie geduldig mit sich selbst, schrauben Sie Ihre Erwartungen an sich auf ein realistisches Maß herunter. Tipps wie jene zu bewusster Mediennutzung und wertfreier, positiver Kommunikation verlangen Übung und ausreichend Zeit. Es geht nicht darum, sich mit Nachbarn oder Freunden zu vergleichen. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, was Ihnen und Ihrer Familie guttut“. Wenn Eltern feststellen, dass sie die Pandemie, die eigene Beziehung, die berufliche Situation oder anderes besonders beschäftige, sie daher möglicherweise auch nicht schlafen könnten und unausgeglichen seien, sei es wichtig, sich Unterstützung zu suchen. Ein erster Ansprechpartner kann hier das ElternTelefon sein, bei dem ausgebildete Berater neue Perspektiven aufzeigen, Lösungen vorschlagen oder zu weiteren Hilfsangeboten vermitteln. Es ist unter der Nummer 142 rund um die Uhr erreichbar. Wer lieber schreibt, kann sich an die Mail- und Chatberatung wenden.


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