Miteinander reden
OÖ. Inklusion kann erst dann stattfinden, wenn wir unsere eigenen Barrieren in den Köpfen abbauen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan.

Wie können wir unsere Vorbehalte und Vorurteile überwinden? Der Schlüssel dazu ist – wie so oft –, Informationen zu sammeln, Erfahrungen zu machen, Fragen zu stellen und uns mit Betroffenen auszutauschen. Wenn Menschen mit Behinderung unterwegs sind, werden sie oft zuerst von oben bis unten beäugt und angestarrt. Doch sobald die betroffene Person Blickkontakt sucht, schaut die andere Person schnell weg. Kinder stellen Bezugspersonen mitunter Fragen wie: „Was hat die? Warum ist der so?“ Die Reaktion der Bezugspersonen darauf ist meist schambehaftet und lautet: „Pssst... Schau nicht so hin. Komm, gehen wir weiter!“ Viel spannender und schöner wäre es hingegen, in diesen Situationen die betroffene Person direkt anzusprechen und zu klären, ob es in Ordnung ist, Fragen zu stellen. So wird miteinander gesprochen statt übereinander, und es können Vorurteile abgebaut werden bzw. gar nicht erst entstehen. Dies gilt auch für den professionellen Bereich: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Beratungspersonen usw. reden häufig über die Person mit Behinderung statt mit ihr. In meinem Beratungssetting wird die Person mit Behinderung – egal, ob es sich um eine leichte oder starke Beeinträchtigung handelt – immer mit einbezogen. Denn nur ein Miteinanderreden statt ein Übereinanderreden ermöglicht Inklusion.


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