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OÖ. Aufgrund der Covid-19-Maßnahmen ab Mitte März musste sehr viel Zeit gemeinsam in den eigenen vier Wänden verbracht werden. Gerade für Frauen, die bereits vorher in einer problematischen Beziehung gelebt haben, hat sich dadurch die Gefahr, Opfer physischer oder psychischer Gewalt zu werden, zusätzlich erhöht.

 (Foto: Tiko Aramyan/Shutterstock.com)
(Foto: Tiko Aramyan/Shutterstock.com)

Nur in den ersten beiden Wochen der Ausgangsbeschränkungen waren die Zahlen in Oberösterreich vergleichbar mit jenen des Vorjahres - dann sind sie angestiegen. In der Zeit des kompletten Lockdowns – von 15. März bis 3. Mai – ist die Zahl der polizeilichen Einsätze in Oberösterreich im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. Bis 30. Juni waren es 472 Einsätze, somit um 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Klientinnen des Gewaltschutzzentrums OÖ insgesamt hat sich bis 30. Juni um 14 Prozent erhöht.

„Unsere Zahlen in Oberösterreich belegen, dass die Folgen der Coronavirus-Pandemie Gewalt gegen Frauen und Kindern im häuslichen Bereich sehr wohl begünstigt hat. Besorgniserregend ist aber auch, dass die Frauen wieder in ihre alten traditionellen Rollenbilder zurückgedrängt werden. Arbeit, Homeschooling, Haushalt – fast immer sind die Frauen allein dafür zuständig. Ein weiterer Grund zur Besorgnis ist, dass das Gewaltschutzzentrum OÖ im Corona-Zeitraum 64 Fälle zugewiesen bekam, wo ein Elternteil gegen ein Kind vorgegangen ist. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es nur 26 Meldungen“, warnt Landesrätin Birgit Gerstorfer vor einer Verharmlosung häuslicher Gewalt.

Weiterer Ausbau in Planung

Um Gewalt gegen Frauen und Kinder zu stoppen, braucht es neben individueller Unterstützung der Betroffenen auch gesamtgesellschaftliche und präventive Maßnahmen. Das Sozialressort des Landes finanziert fünf eigenständige Frauenhäuser in Oberösterreich und sechs Übergangswohnangebote für Frauen, die aus einer belastenden häuslichen Beziehung flüchten müssen. Die durchschnittliche Auslastung der oberösterreichischen Frauenhäuser lag von März bis Mai 2020 bei 100 Prozent. Dieser Anstieg zu Zeiten des Lockdowns verdeutlicht einmal mehr den dringenden Bedarf an zusätzlichen Plätzen für Frauen und Kinder, die in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher sind.

Landesrätin Gerstorfer hat die Notwendigkeit erkannt und plant den Bau von drei weiteren Frauenhäusern außerhalb des Zentralraums ab dem Jahr 2021. „Frauen und Kinder die Opfer von Gewalt werden, müssen immer die Möglichkeit haben, in einem Frauenhaus Schutz zu suchen,“ so Gerstorfer


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