Altstoffsammelzentren sammelten im Vorjahr 300.000 Tonnen Abfall
OÖ. 300.000 Tonnen Abfall wurden im Vorjahr in Oberösterreichs Altstoffsammelzentren gesammelt. Im Laufe des 30-jährigen Bestehens der Bezirksabfallverbände sind vor allem der Anteil an Verpackungen und Altstoffen gestiegen. Welche Entwicklungen darüber hinaus zu verzeichnen sind, wurde in einer Pressekonferenz am Donnerstag, 25. März präsentiert.

Die Bezirksabfallverbände in Oberösterreich wurden 1991 vom ehemaligen Landeshauptmann und damaligen Umwelt-Landesrat Josef Pühringer ins Leben gerufen. „Gemeinsam geht es besser. Dies gilt besonders auch auf Ebene der Gemeinden. Die komplexe Aufgabe der Abfallsammlung und –wiederaufbereitung ist in größeren Einheiten effektiver und kostengünstiger zu bewältigen. Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer hat wahrlich Weitsicht bewiesen, als er vor 30 Jahren Gemeindeverbände für diese Aufgaben gründete. Gemeindeverbände übernehmen mittlerweile viele Bereiche der Verwaltung“, hält Gemeinde- Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) fest. Im Detail betreuen 15 Bezirksabfallverbände (BAV), die Statutarstädte Linz, Wels und Steyr sowie das Landesabfallverwertungsunternehmen (OÖ Lavu GmbH) und der OÖ Landesabfallverband (LAV) als Dachverband ein flächendeckendes Netz von 180 Altstoffsammelzentren (ASZ) und tausenden Containerstandplätzen. Gemeinsam sind sie eine öffentlich-rechtliche Non-Profit Organisation, die ihre Dienstleistungen kostengünstig für die Bevölkerung anbietet. Dazu zählen etwa Optimierung der Verpackungssammlung, Unterstützung der Gemeinden bei Abfuhrverträgen und Meldepflichten sowie Abfallberatung. So sind heute mehr als 35 Abfallberater in den BAV und Städten tätig. Sie beraten unter anderem zu Themen wie Rohstoffsicherung, Konsumverhalten, Klimaschutz und Energie. In Anspruch genommen werden kann das Angebot sowohl von privaten Haushalten als auch von Bildungseinrichtungen oder Betrieben. Nähere Informationen zu den Dienstleistungen sind auf der Webseite zu finden.
Meilensteine in den letzten 30 Jahren
Was sich seit 1991 in der Abfallsammlung getan hat? Ein Meilenstein in der Entwicklung war unter anderem die Einführung der Verpackungsverordnung des Bundes 1993. Damit mussten Produzenten erstmals Verantwortung für ihre Verpackungen übernehmen. „Vor 30 Jahren wurde durch die gesetzliche Verpflichtung, wonach die Kommunen in Oberösterreich die Abfallbewirtschaftung gemeinsam erfüllen müssen, eine Entscheidung getroffen, die österreichweit und darüber hinaus beispielgebend war und nach wie vor erfolgreich und zukunftsweisend ist“, ist Lav-Vorsitzender Roland Wohlmuth überzeugt. Die BAV haben damals flächendeckende Sammelbehälter für Verpackungen ausgebaut und entsprechende Kostendeckungsbeiträge vereinbart. Die Sammelmengen in den ASZ sind seither gestiegen. Waren es 1991 noch 12.000 Tonnen Abfälle, lag der Wert 2020 bereits bei knapp 300.000 Tonnen. Gestiegen sind vor allem der Anteil an gesammelten Verpackungen und Altstoffen. Mehr als 80 verschiedene Alt- und Problemstoffe aus Haushalten und von Gewerbebetreibenden werden heute sortenrein übernommen. Etwa 80 Prozent dieser Abfälle gelangen in die stoffliche Verwertung.
Sammel- und Trennverhalten weiter ausbauen
Wohin sich die kommunale Abfallwirtschaft in Oberösterreich in den nächsten Jahren entwickeln soll? Der Schritt von der Deponiewirtschaft hin zu einer modernen Recycling- und nachhaltigen Stoffstromwirtschaft sei bereits geschafft, meinen die Vertreter. Das hohe Niveau beim Sammel- und Trennverhalten soll jedoch gehalten und weiter ausgebaut werden. Dazu brauche es permanente Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung zu Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Wiederverwendung. „Das 30 Jahr-Jubiläum werden wir dieses Jahr auch für eine kleine Medienkampagne für die wichtige Arbeit der BAVs nutzen. In diesem Bereich kommt es auch auf das Engagement aller Bürger und Bürgerinnen an, damit wir uns laufend weiterentwickeln und die Kreislaufwirtschaft laufend stärken können“, sagen Hiegelsberger und Wohlmuth abschließend.


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