Lockdown: Weiter Kritik an unklaren Regeln für Schulen
OÖ. Oberösterreich ist im Lockdown, die Schulen sind offen „für jene, die es brauchen“. Es wird auch unterrichtet. Die schwammigen Anordnungen im Bereich der Schule haben für viel Kritik gesorgt, zuletzt forderte der Linzer Bürgermeister eine sofortige Umstellung auf Distance Learning. Der Landesverband der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen in OÖ fordert in einem offenen Brief dringend klaren Regelungen.

Die Möglichkeit, am Präsenzunterricht teilzunehmen, nützt ein Großteil der Schüler. Jene, die - von den Eltern entschuldigt - zu Hause bleiben, erarbeiten den Lernstoff mit Unterstützung der Schulen eigenständig, die organisatorische Umsetzung unterliegt hier laut Bildungsdirektion OÖ dem Standort selbst.
Forderte schon am Montag der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) von Bildungsminister Heinz Faßmann, umgehend auf Distance Learning umzustellen, wendet sich auch Joris Gruber, Präsident des Landesverbandes der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen in OÖ in einem offenen Brief an den Bildungsminister.
Problem: Unterschiedliche Auslegung der Regeln
„Die Sorgen der Eltern und Probleme mit den fehlenden klaren Regelungen werden leider immer größer. Die gute Entscheidung, die Schulen offenzuhalten, für die, die es benötigen, wird leider durch die fehlenden Detailregelungen konterkariert“, so Joris Gruber. „Eltern sehen sich gezwungen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, da die Schulen das bestehende Regelvakuum unterschiedlich auslegen. Diese Auslegungen sind leider höchst unterschiedlich und nicht immer im Sinne der Eltern. Es kann nicht unser Ziel sein, solange zuzuwarten, bis wir aufgrund des entstandenen Durcheinanders alles schließen müssen. Dies wäre die schlimmste Auswirkung der fehlenden Regelungen.“
Gruber fordert im Offenen Brief:
- Kein neuer Unterrichtsstoff im Lockdown – verordnet, nicht nur angeraten
- Keine Prüfungen bzw. Schularbeiten – ebenso verordnet und nicht nur empfohlen
- Klare Regeln, wer die Arbeitspakete erstellen muss – dies dürfe keine Holschuld der Schüler sein
- Umkehr der Kommunikation, nicht: „daheimbleiben ist erlaubt“ – sondern „in die Schule kommen ist möglich“
- Den Schulgemeinschaftsausschuss an den Schulen stärken, „wenn dieser in einer solchen Zeit Distance Learning fordert, dann wird dies seine Gründe haben und richtig sein“.


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