Ukraine-Krieg: Weiterhin starke Fluchtbewegungen erwartet
LINZ/OÖ. Aktuell sind 6.579 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Oberösterreich im Zentralen Melderegister gemeldet (Stand: 20. April). Generalmajor Michael Takács, Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, geht von weiter starken Fluchtbewegungen aus, wie er bei einem Arbeitsgespräch mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) in Linz sagt.

Im Rahmen seines Besuchs in Linz, auch beim Aufnahme- und Registrierungszentrum in Linz, dankte Takács OÖ für den großen Beitrag in der ersten Phase. Zeitweise erfolgte rund die Hälfte der Überstellungen der Bundesbetreuungsagentur nach Oberösterreich. „Es ist beeindruckend, wie hier auf allen Ebenen hervorragend zusammengearbeitet wird, um die Menschen gut zu versorgen und aufzunehmen“, so Takács.
Bundesregierung rechnet mit bis zu 200.000 ankommenden Ukraine-Flüchtlingen
Die Flüchtlingsbewegung sei aber noch nicht vorbei. Man bereite sich auf alle Szenarien vor. Nach von Generalmajor Takács präsentierten Prognosen könnten bis zu 200.000 Vertriebene Österreich erreichen. Auch wenn die Zahl der täglichen Ankünfte gesunken ist, aufgrund der Angriffs-Offensive in der Ostukraine halte man sich jedoch bereit für weitere Wellen.
Beste Hilfe für weitere Perspektive
Bisher sind etwa 80 Prozent der angekommenen Flüchtlinge in andere Länder weitergereist. „Für jene Menschen, die bei uns bleiben möchten, ist nun das Erlernen der deutschen Sprache und ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt die beste Hilfe für die weitere Perspektive. Für die weitere Fluchtbewegung werden wir die entsprechenden Kapazitäten bereithalten“, sind sich Landeshauptmann Stelzer und Landesrat Hattmannsdorfer im Arbeitsgespräch mit Michael Takács einig.
Deutsch-Paket einstimmig beschlossen
Am Dienstag wurde in der Oö. Landesregierung ein umfassendes Deutschpaket („Hallo in Oberösterreich“) präsentiert und einstimmig beschlossen. „Alle Regierungsparteien stehen hinter dem Beschluss. In Oberösterreich sind wir uns einig, dass wir mit einem umfassenden Deutschpaket und einem raschen Arbeitsmarktzugang am stärksten helfen“, so Stelzer und Hattmannsdorfer.
Der Zugang zum Arbeitsmarkt erfolgt auf Basis des sogenannten Vertriebenen-Status („Blaue Karte“). Diesen erhalten Ukraine-Flüchtlinge nach erfolgter polizeilicher Registrierung und sind damit krankenversichert, dürfen in Österreich arbeiten und Leistungen aus der Grundversorgung (unter anderem einen Mietzuschuss) beantragen. Der Bund ist die für die Abwicklung der Registrierungen und die Ausstellung der Blauen Karte zuständig.


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