OÖ. Arbeitsmarkt im April auf hohem Niveau stabil, Arbeitslosigkeit weiter gesunken
OÖ. Der oö. Arbeitsmarkt zeigt sich weiter auf hohem Niveau stabil, zeigen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen von April 2022, die das AMS OÖ am Montag veröffentlichte. Die Beschäftigung nimmt die 700.000er-Marke ins Visier.

„Der oberösterreichische Arbeitsmarkt zeigt sich auch im April auf hohem Niveau stabil. Mit 3,6 Prozent verfügt Oberösterreich über die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Solange es zu keinen Einbrüchen bei den Energielieferungen kommt, können die derzeitigen Auswirkungen der Ukraine-Krise mit Kurzarbeit stark gemildert werden“, erläutert AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer.
Für 5.300 Mitarbeiter haben in OÖ aktuell Betriebe Kurzarbeit beantragt.
Arbeitslosenquote um 1,5 Prozent unter Vorjahr
Die Arbeitslosenquote betrug in Oberösterreich im April 3,6 Prozent (Österreichschnitt: 6,1 Prozent) und lag damit um 1,5 Prozent-Punkte unter dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 696.000 Personen (+20.000 bzw. +3 Prozent mehr als im Vorjahr), kratzte also bei der 700.000er-Marke.
Die Zahl der Arbeitslosen lag im April 2022 massiv niedriger als vor einem Jahr (-10.305; -28,4 Prozent auf 25.947 Personen). In Schulungen befinden sich 9.154 Personen (-7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Zahl der Langzeitarbeitslosen geht erneut zurück
Bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit stärker gesunken als bei Männern (Frauen: -5.381; -30,6 Prozent; Männer -4.924; -26,4 Prozent). Bei Jugendlichen unter 25 Jahre zeigt sich ein Rückgang von -18,0 Prozent (-658) bei den Vorgemerktenzahlen. Über 55 Jahre hat sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr mit -22,0 Prozent ebenfalls deutlich reduziert (-1.814).
Die Zahl an Langzeitbeschäftigungslosen liegt mittlerweile um 5.336 Personen unter dem Vorjahresniveau (-39,6 Prozent).
Viele offene Stellen
Ende April standen beim AMS OÖ den 25.947 arbeitslos gemeldeten Personen 33.946 offene Stellen gegenüber, um 9.516 bzw. +38,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem waren 1.764 sofort verfügbare Lehrstellen (+414 bzw. +30,7 Prozent) und 352 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (-165; -31,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gemeldet.
ÖVP: „Qualifizierung bleibt Schlüssel“
Besonders erfreulich sei, dass auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen spürbar sinke. „Das zeigt, dass unsere Initiativen gegen die Langzeitbeschäftigungslosigkeit, insbesondere unsere Job-Restart-Programme für Betriebe und Kommunen wirken“, kommentieren Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.
Qualifizierung sei und bleibe der Schlüssel, um die Arbeitslosigkeit weiter zu verringern und zugleich den Arbeitskräftebedarf decken zu können. „So geht es zum einen darum, die Arbeitssuchenden für jene Jobs zu qualifizieren, für die Arbeitskräfte dringend gesucht werden. Zugleich sollen alle noch verfügbaren Zielgruppen auf dem Arbeitsmarkt in Oberösterreich angesprochen werden“, so die beiden. Mit dem „Oberösterreich-Plan“ würden gezielt Investitionen getätigt, um Arbeit und Beschäftigung in Oberösterreich nachhaltig zu sichern.
Auch verweisen die beiden auf ukrainische Flüchtlinge am oö. Arbeitsmarkt. 441 Personen aus der Ukraine seien bislang vom AMS vermittelt werden, 22 weitere Bewilligungen seien in Bearbeitung. „Oberösterreich liegt damit an der Spitze aller Bundesländer.“
Grüne sehen „schiefe Waagschale“
„Diese Arbeitsmarktdaten müssen uns freuen, sie tun das aber nicht vorbehaltlos. Denn die Waagschale ist dennoch in Schieflage. Die Beschäftigung geht rauf, aber der Fachkräftemangel wiegt schwer und er bremst die Energiewende. Denn es ist vor allem auch die Green-Economy, die dringendst Fachkräfte sucht. Wir haben alle Instrumente zu nutzen, alle Player des Arbeitsmarktes einzubinden und wir haben vor allem mit den Frauen jene Zielgruppe für die Zukunftsjobs zu gewinnen, die hier bisher viel zu lang ausgeblendet worden ist“, so die Grüne Arbeitsmarkt- und Energiesprecherin Ulrike Schwarz. Aus-, Um- und Weiterbildung, regional zugeschnitten, angetrieben durch ein personell aufgestocktes AMS, aber auch frühe Information seien die Schlüssel für mehr Fachkräfte. „Die Information muss schon in der Schule beginnen, das Interesse gestützt werden durch die Eltern, durch Praktika gestärkt und voll entfaltet durch die Firmen.“
Für die Grüne Wirtschafts- und Frauensprecherin Landtagsabgeordnete Dagmar Engl werde das Potenzial von Frauen bei den Zukunftsjobs nicht genutzt. „Die Frauenarbeitslosigkeit ist zwar ebenfalls gesunken, aber noch immer suchen viele einen Job. Hier liegen Fähigkeiten und Bereitschaft brach. Wir müssen uns nur stärker um sie bemühen, sie ansprechen, überzeugen und ihnen Mut machen, diesen Schritt zu tun. Es ist Chance und Benefit für alle“, betont Engl.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden