Gesundheitsempfang des Landes: „Technik muss Menschen nutzen und nicht umgekehrt“
OÖ/LINZ. Zahlreiche Vertreter des oö. Gesundheitssystems folgten der Einladung von Landeshauptmann Thomas Stelzer und seiner Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander zum Gesundheitsempfang des Landes OÖ 2022. Im Linzer Schloss diskutierten zum Thema „Die digitale Transformation im Gesundheitswesen - zum Wohle der Menschen nutzen“ zahlreiche Experten.

Rund 200 hochrangige Gäste aus dem gesamten Gesundheitswesen in Oberösterreich sind zum Gesundheitsempfang des Landes OÖ gekommen.
Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands in der K-Businesscom AG und digitaler Visionär und Vordenker, erläuterte in seiner Key-Note die Bedeutung einer funktionierenden Datenökonomie für gesteigerte Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen. So könne der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Qualität ärztlicher Diagnosen und Entscheidungen steigern helfen. „In Österreich gibt viele Datensilos. Wichtig wird das Vernetzen der Daten, wie es beispielsweise in Dänemark schon passiert.“ Voraussetzungen seien die barrierefreie Vernetzung des gesamten Gesundheitssystems, inter-operable Daten und Vorkehrungen für höchste Ansprüche an Datenschutz und Cyber Security.
Entlastung von Verwaltungstätigkeiten möglich
Peter Klimek, Komplexitätsforscher der MedUni Wien und „Wissenschafter des Jahres 2021“, erläuterte, dass eine aktuelle und aussagekräftige Vernetzung von Gesundheitsdaten zum Zwecke von Prävention und Ressourcenplanung weniger anfällig für Krisen und Engpässe machen kann. Ebenso würde es für eine Entlastung von Routine- und Verwaltungstätigkeiten sorgen. Dazu brauche es sowohl Gesundheits- als auch digitale Kompetenz bei medizinischem und Pflegepersonal.
Podiumsdiskussion
Diese Themen diskutierten anschließend Gesundheitsreferentin LH-Stv. Haberlander und Martina Bruckner, Pflegedirektorin am Klinikum Schärding, mit den Vortragenden.
Fazit der Diskussion: Die Digitalisierung werde in Zukunft eine immer größere Rolle im Gesundheitswesen, der Pflege und in der Medizin spielen. Sie kann die Qualität des Gesundheitssystems, im Krankenhaus, aber auch im niedergelassenen Bereich weiter steigern. Eine große Chance liegt insbesondere in der Vorsorge, denn die Präventionsangebote können durch die Digitalisierung erleichtert und verbessert werden. Daher sei es ein Gebot der Stunde, diese Möglichkeiten jetzt aktiv zu gestalten, um sie in Zukunft zielgerichtet nutzen zu können. Es bedürfe dabei aber immer der Achtsamkeit der gesamten Gesellschaft, damit der Einsatz zum Wohl der Menschen erfolgt.
„Digitalisierung muss Patienten dienen“
„In Oberösterreich werden wir die digitale Transformation in allen Bereichen – Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und eben auch Medizin – aktiv gestalten und vorantreiben. Gerade die Neugründung des Institute of Digital Sciences (IDSA) ist eine historische Chance für Oberösterreich im Bereich der Digitalisierung eine internationale Pionierrolle einzunehmen. Unser Weg ist klar: Wo immer die neuen Technologien Nutzen für die Menschen stiften, wollen wir sie nutzen. Digitalisierung muss den Patienten dienen, aber auch die Mitarbeiter entlasten“, betont Landeshauptmann Stelzer. Er dankte in seiner Rede auch allen Beschäftigten im Gesundheitswesen.
„Die Digitalisierung ist ein wichtiges Instrument, um unser Gesundheitssystem zu verbessern. Dabei ist klar: Die Technik muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Sie hilft z.B. dass Untersuchungen nicht doppelt oder dreifach gemacht werden müssen, Befunde berücksichtigen den aktuellen Stand der Wissenschaft, Wartezeiten werden reduziert, Verwaltungsarbeiten erleichtert uvm. Die dadurch frei werdende Zeit entlastet die Mitarbeiter und schafft mehr Freiraum für die Behandlung und Pflege. Für die Patienten entwickelt sich eine verbesserte Behandlungsqualität“, ergänzt Haberlander.


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