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OÖ. Teuerungen, hohe Materialpreise, verschärfte Richtlinien für Wohnbaukredite und mehr: Die Baubranche in Oberösterreich steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen und rechnet mit teils stark rückläufiger Auftragsentwicklung. Branchenvertreter verlangen daher schon jetzt vorsorglich belebende Maßnahmen, der oö. Branchenverbund Bauwirtschaft hat dazu Vorschläge erarbeitet.

V. l.: Martin Greiner (Bauhilfsgewerbe), Josef Frauscher (Holzbau), Stefan Mayer (Bau), Gremialobmann Josef Simmer (Baustoff-, Eisen- und Holzhandel) und Innungsgeschäftsführer Markus Hofer (Foto: WKOÖ)

Mit über 100.000 Beschäftigten in der oö. Bauwirtschaft entfällt in der gewerblichen Wirtschaft jeder vierte Arbeitsplatz auf die Baubranchen. Da am Konjunkturhimmel schon dunkle Wolken aufgezogen sind und in den nächsten Monaten und Jahren mit teils stark rückläufigen Auftragsentwicklungen zu rechnen ist, ist es aus Sicht der Landesinnungsmeister Othmar Berner (Dachdecker, Glaser, Spengler), Martin Greiner (Bauhilfsgewerbe), Josef Frauscher (Holzbau), Norbert Hartl und Stefan Mayer (Bau) sowie Gremialobmann Josef Simmer (Baustoffhandel) entscheidend, früh auf allen Ebenen abfedernde, belebende Maßnahmen zu setzen.

Mit der Teuerung, hohen Materialpreisen, löchrige Lieferketten, aber auch den verschärften Richtlinien für Wohnbaukredite, Investitionszurückhaltung auf allen Ebenen und Arbeitskräftemangel hat die Baubranche zu kämpfen. Deshalb hat der oö. Branchenverbund Bauwirtschaft Vorschläge erarbeitet.

„Investitionsprämie II“ wird angeregt

Für Auftraggeber aus Industrie, Gewerbe und Handel regt der Branchenverbund eine „Investitionsprämie II“ für Bauvorhaben analog zur Corona-Investitionsprämie von 2020 an. „Eine Investitionsprämie mit Fokus auf Umweltschutz, Energiesparen und Nachhaltigkeit, abgewickelt von der Finanzverwaltung, sollte wesentliche Impulse bringen. Eine größere zeitliche Streckung wäre sinnvoll, denn so werden die gewerblichen Aufträge besser auf einen längeren Zeitraum verteilt“, betonen Baulandesinnungsmeister Norbert Hartl und sein Stellvertreter, Stefan Mayer.

Für private Auftraggeber: „Luxemburger Modell“, Entschärfung bei Krediten

Damit private Auftraggeber verstärkt investieren, wird das „Luxemburger Modell“ empfohlen, das privaten Bauherren eine Umsatzsteuerrückvergütung ermöglicht. „Das Modell macht das Bauen um 20 Prozent günstiger und dämmt den gewerbsmäßigen Pfusch ein. Denn die Steuerrückvergütung gibt es nur, wenn offizielle Rechnungen von Lieferanten und Leistungserbringern vorgelegt werden“, erläutert Martin Greiner, Landesinnungsmeister des Bauhilfsgewerbes.

Eine weitere Forderung des oö. Branchenverbunds ist die Wiedereinführung der steuerlichen Absetzbarkeit von Ausgaben zur Wohnraumschaffung. Diese konnten bis 2020 als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Die Entschärfung der FMA-Richtlinien bei Krediten für die Wohnbaufinanzierungen wird als besonders dringlich angesehen. „Die seit Sommer geltenden Richtlinien verhindern beispielsweise, dass ein vorhandenes Wohngebäude nicht mehr zur Besicherung eines Wohnkredits herangezogen werden darf. Das muss schleunigst repariert werden“, fordert Josef Simmer, Landesgremialobmann des Baustoff-, Eisen- und Holzhandels.

Sozialen Wohnbau absichern

Wichtig sei zudem die temporäre Erhöhung des Wohnbauförderbudgets. Zur Sicherstellung des mehrgeschoßigen Wohnbaus seien auch weiterhin erhöhte Förderungssätze erforderlich, eine Zusatzdotierung im Budget sei notwendig. „Der soziale Wohnbau ist nicht nur äußerst beschäftigungswirksam, sondern wirkt auch dämpfend auf das Mietpreisniveau. In Zeiten permanenter Teuerungen hat das erhebliche Bedeutung“, erklärt Othmar Berner, Landesinnungsmeister der Dachdecker, Glaser und Spengler. 

20 steuerfreie Überstunden gefordert

Des Weiteren fordert der Branchenverbund Bauwirtschaft OÖ, dass die ersten 20 Überstunden zur Gänze steuerfrei werden, um die Menschen zu mehr Arbeit zu motivieren. Holzbau-Landesinnungsmeister Josef Frauscher: „Das Motto am Bau sollte sein: Arbeit muss sich lohnen!“


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