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RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller rechnet mit weiterem Anstieg der Kreditzinsen

Tips LogoAnna Fessler, 27.04.2023 12:48

OÖ. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) präsentierte ihre Jahresbilanz für 2022. Generaldirektor Heinrich Schaller meinte, mit einem Jahresüberschuss (vor Steuern) von 429,5 Millionen Euro könne man äußerst zufrieden sein. Privaten Kunden rät er aufgrund der steigenden Kreditzinsen, sich Finanzierungen im Vorfeld sehr genau durchzurechnen.

RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller rechnet mit einem weiteren Anstieg der Kreditzinsen. (Foto: Volker Weihbold)

Im Jahr 2021 betrug der Jahresüberschuss vor Steuern noch 557,8 Millionen Euro, diese Summe sank im vergangenen Jahr auf 429,5 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss 2022 nach Steuern beläuft sich für den Konzern der RLB OÖ auf 338,8 Millionen Euro, es wurde ein Betriebsergebnis von 418,6 Millionen Euro und eine Konzernbilanzsumme von 49,3 Milliarden Euro per Jahresende 2022 erzielt.

Die Kreditausfälle liegen mit 2,4 Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau, die Risikovorsorgen sind hingegen mehr als verdoppelt worden. Die Banken würden für schwierige Zeiten vorsorgen, auch wenn die Ausfälle derzeit deutlich niedriger seien, meint Generaldirektor Heinrich Schaller.

Finanzierung wird teurer

Was die Wirtschaftsleistung angeht, erwartet sich Schaller zwar keine Rezession aber ein sehr geringes Wirtschaftswachstum. Ebenfalls rechnet er mit einer weiteren Steigerung der Zinsen. Er rät daher allen, die eine Finanzierung vornehmen wollen, sich genau durchzurechnen, ob die aufgenommenen Kredite noch rückzahlbar seien. Kritik übt er an der Europäischen Zentralbank: diese habe „viel zu spät“ begonnen, die Zinsen zu erhöhen. „Wir rechnen heuer mit mindestens zwei weiteren Zinsanhebungen zu je 0,25 Prozent“, sagt Schaller. Die Inflation wird laut Schaller noch länger nicht sinken. „Wenn wir Ende 2025 wieder bei zwei Prozent sind, können wir uns glücklich schätzen“, sagt er.

Trend zum kontaktlosen Bezahlen

Laut Schaller wird das Smartphone zunehmend als „Geldbörse“ genutzt: der Trend zum bargeldlosen Zahlen werde weiter steigen. Die Covid-Pandemie haben diesen Trend vorangetrieben, da im Handel aus Hygienegründen verstärkt zur kontaktlosen Zahlung aufgefordert wurde. Zudem wurde der Betrag, ab dem eine kontaktlose Zahlung möglich ist, von zehn auf fünfzig Euro angehoben. Man könne darüber nachdenken, diesen Betrag noch weiter zu erhöhen, meint Schaller.

Der Trend lässt sich auch in Zahlen fassen: Im Jahr 2022 gab es mehr als 77 Millionen Transaktionen mit Debitkarte, also 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mittlerweile erfolgen 85 Prozent der Transaktionen kontaktlos. Bei der Raiffeisen OÖ werden zudem 795.746 Debitkarten digital verwendet. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl 2022 um 159 Prozent gestiegen.

Raiffeisenbanken OÖ mit harter Kernkapitalquote von 20,2 Prozent

Im operativen Geschäft konnten im Gesamtjahr 2022 im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ Zuwächse verzeichnet werden: die Finanzierungen stiegen um 2,5 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss um 12,7 Prozent auf 483,5 Millionen Euro und der Provisionsüberschuss um 2,9 Prozent auf 205 Millionen Euro. Die oö. Raiffeisenbanken erzielten im Jahr ein Betriebsergebnis von 341,5 Millionen Euro, die Bilanzsumme liegt per Jahresende 2022 bei 31,5 Milliarden Euro. Die harte Kernkapitalquote liegt bei rund 20,2 Prozent.

Das konsolidierte Ergebnis 2022 für die gesamte Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich (RLB OÖ Konzern und die 70 Raiffeisenbanken) ergibt eine Bilanzsumme von 68,9 Milliarden Euro und einen konsolidierten Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 604,8 Millionen Euro. Diese Bilanzsumme ist laut Schaller „Ausdruck der enorm starken Marktposition, die wir in Oberösterreich, aber auch in ganz Österreich innehaben.“


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