Landtag: Demokratie-Symposium gefordert
OÖ/LINZ. SPÖ, GRÜNE und NEOS fordern in einer gemeinsamen Initiative im kommenden Oö. Landtag (11. Mai) die Abhaltung eines öffentlichen Symposiums zur Demokratieentwicklung in Oberösterreich. Ein gemeinsamer dringlicher Antrag wird eingebracht.

Laut Demokratiemonitor 2022 sinken die Zufriedenheit mit dem politischen System und das Vertrauen in die politischen Akteure signifikant. Die Politik habe darauf zu reagieren, sind die Klubobleute von SPÖ, GRÜNE und NEOS überzeugt - und zitieren dazu einen Satz von Landtags-Präsident Max Hiegelsberger: „Demokratie fordert uns auf, sie beständig zu stärken und weiterzuentwickeln.“
„Wir sehen darin einen Handlungsauftrag und vor allem eine gemeinsame Aufgabe aller Fraktionen, die heute dringlicher ist denn je. Denn die Meinung in der Bevölkerung ist besorgniserregend“, so der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Tobias Höglinger, der Klubobmann der GRÜNEN Severin Mayr und NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer.
Dringlicher Antrag zu Symposium
In einem dringlichen Antrag im kommenden Landtag fordern sie die ehest mögliche Abhaltung eines öffentlichen Symposiums zur Demokratieentwicklung in Oberösterreich. Ziel des Symposiums: Unter Einbindung von internen und externen Experten sollen die Demokratie in Oberösterreich gestärkt, die Landesverfassung modernisiert, die Bevölkerung verstärkt eingebunden, der Landtag geöffnet sowie das politische System transparenter gestaltet werden.
SPÖ: „Vertrauen zurückgewinnen“
Stellvertretender SPÖ-Klubvorsitzender Tobias Höglinger: „Ich bin überzeugter Demokrat und möchte dazu beitragen, das Vertrauen der Menschen in die Politik zurückzugewinnen. Eine klare Rollentrennung zwischen Regierung und Opposition wäre dabei hilfreich. Dafür braucht es im Landtag bessere Kontrollrechte – nach Vorbild des Bundesparlaments in Wien. Das von uns gemeinsam beantragte Symposium soll alle Vorstellungen zusammenführen, um gemeinsam ein besseres Demokratiesystem für Oberösterreich zu bauen.“
GRÜNE: Überholtes Proporz-System
Klubobmann Severin Mayr (GRÜNE): „Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie ist eine fundamentale Errungenschaft, die wir hegen, pflegen und weiterentwickeln müssen. Unser politisches System braucht Modernisierung, Öffnung und Durchlüftung. Dies umfasst eine fundierte Debatte über die Abkehr vom überholten und hemmenden Proporz-System ebenso ein wie eine deutliche stärkere Einbindung und Mitsprache der Menschen in diesem Land. Dieses Symposium soll den Weg dafür bereiten. Arbeiten wir gemeinsam daran, die Demokratie in Oberösterreich zu verbessern. Erörtern wir auf breiter Basis, wie wir sie zukunftsfit machen können. Schaffen wir ein politisches System, das dazu dient, Vertrauen zu schaffen und nicht Macht abzusichern.“
NEOS: „Auf Augenhöhe mit Bevölkerung“
NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer fordert einen Gestaltungsanspruch von künftigen Regierungen ein. Die aktuelle Regierung stehe durch Schwarz-Blau und den Proporz „vor allem für Stillstand: Das Grundproblem Österreichs ist, dass seine Machthaber eisern an erstarrten, überholten Systemen festhalten. So ist es auch mit der Politik in Oberösterreich. Wir wollen einen anderen Weg gehen, einen Weg hin zu einer demokratischeren Politik beginnen, die nachvollziehbar und auf Augenhöhe mit der Bevölkerung stattfindet: Mit einer gestaltenden Regierung mit klarem Auftrag und einer ebenso starken Volksvertretung im Landtag mit ausreichend Kompetenzen zum Kontrollieren und Mitgestalten.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden