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OÖ. Es herrsche angespannte Stimmung im oö. Gewerbe und Handwerk, vor allem in den Bau- und baunahen Branchen, so Wirtschaftskammer OÖ-Spartenobmann Michael Pecherstorfer. „Die Betriebe brauchen einen langen Atem und gezielte Unterstützung“, fordert er unter anderem die Wiedereinführung des Handwerkerbonus.

Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Michael Pecherstorfer OÖ (Foto: Starmayr)
Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Michael Pecherstorfer OÖ (Foto: Starmayr)

Inflation, steigende Kreditzinsen, die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnhamen-Verordungn (KIM): „Obwohl sich die Lage bei den explodierten Energie-, Rohstoff- und Materialpreisen gegenüber dem Vorjahreszeitraum erfreulicherweise entspannt hat, werden viele Gewerbesektoren einen langen Atem und gezielte Unterstützung der Politik auf nationaler und europäischer Ebene brauchen“, fasst Michael Pecherstorfer, Obmann der 46.000 oö. Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die aktuelle Lage zusammen.

Das gelte besonders für die Bau- und baunahen Branchen (vom Bau über Metalltechnik bis Innenausbau), wo ein Viertel der Betriebe sofort einen neuen Auftrag ausführen könnte. „Hier haben sich die Erwartungen für die nächsten Monate massiv verschlechtert — es überwiegen um 29 Prozentpunkte jene Betriebe, die mit weiteren Auftragsrückgängen rechnen. Obwohl sich die extremen Preisverwerfungen auf ein kalkulierbares Maß eingependelt haben, ist die Investitionsbereitschaft von privaten wie gewerblichen Auftraggebern nicht zurückgekehrt“, weiß Pecherstorfer. „Manche Betriebe aus dem Einfamilienhaussegment müssen schon jetzt Auftragsrückgänge gegenüber dem Vorjahr von einem Drittel und mehr verdauen.“

Maßnahmen im gewerblichen Bereich seien nötig

Vor allem im gewerblichen Bereich brauche es daher Maßnahmen, die die Investitionsbereitschaft wieder erhöhe. Der Öko-Investitionsfreibetrag sei ein erster wirksamer Ansatz. Pecherstorfer: „Darüber hinaus braucht es weitere Investitionsanreize.“ Als Beispiele nennt er die Investitionsprämie NEU, Entlastungen bei Lohnnebenkosten oder die vollständige Abschaffung der kalten Progression und - als Konjunkturprogramm für die Klein- und Mittelbetriebe in den Regionen — die Übernahme der jüngst verlängerten Schwellenwerteverordnung ins Dauerrecht.

Darüber hinaus macht sich Pecherstorfer für die Wiedereinführung des aufkommensneutralen und die Nachfrage belebenden stark. „Der Handwerkerbonus macht das Bauen für private Auftraggeber günstiger, dämmt den gewerbsmäßigen Pfusch spürbar und ist vor allem für kleine Betriebe ein wichtiger Auftragsstimulus.“

Gedrückte Stimmung

Insgesamt geht das oö. Gewerbe und Handwerk mit gedrückter Stimmung in die nächsten drei Monate, geht aus der aktuellen Quartalserhebung der KMU Forschung Austria hervor. 33 Prozent der Betriebe erwarten im 3. Quartal sinkende Auftragseingänge und Umsätze und nur noch 13 Prozent Steigerungen. Im Vorquartal lagen die Werte noch bei 24 (Rückgänge) bzw. 19 Prozent (Steigerungen).

Wichtig für die nächste Zukunft sei jedenfalls, so Pecherstorfer, dass die „Gewerbelokomotive Bau“ wieder in die Gänge komme und dass es weiterhin zielgerichtete Anreize für Konsum und Investitionen gibt. „Dann sind die nach wie vor großen Herausforderungen bewältigbar“, ist Pecherstorfer überzeugt.


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