Grundwasserspeicher in Oberösterreich aktuell gut gefüllt
OÖ. Derzeit gut gefüllt sind die Grundwasserspeicher in Oberösterreich. Dazu beigetragen hat das niederschlagsreiche Frühjahr. Im Juni war es mit nur 31 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags aber wieder deutlich zu trocken. Auch wenn die Versorgung gesichert ist, Wassersparen sei immer gut, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

„Unser Heimatland sitzt glücklicherweise auf sehr mächtigen Grundwasserköpern und damit auf einem regelrechten Trinkwasserschatz, den es zu schützen und zu bewahren gilt. Die Klimakrise stellt uns hier aber vor Herausforderungen und es ist vordringliche Aufgabe, die Trinkwasserversorgung auf Generationen sicherzustellen“, so Kaineder.
Jährlich werden in Oberösterreich 117 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, das sind 57 Prozent des gesamten Wasserbedarfs und sieben Prozent des verfügbaren Grundwassers.
Aktuelle Grundwasserstände und Tendenzen
Im Mai 2023 wurden im Monatsdurchschnitt laut Hydrographischem Dienstes OÖ noch gleichbleibende, sowie steigende bis stark steigende Grundwasserstandswerte registriert. Die Grundwasserstände im Mühlviertel lagen deutlich über dem langjährigen Monatsmittel, hier wurden sogar die höchsten Tageswasserstände der langjährigen Zeitreihe erreicht bzw. teilweise überschritten. Das Eferdinger Becken, das Nördliche Machland und die Welser Heide befanden sich im Mai weit über dem langjährigen Monatsschnitt, das Linzer Feld und das Vöcklagebiet sowie das Inngebiet lagen über dem langjährigen Mittel.
Da im Mai die Niederschlagsmonatssummen mit 77 Prozent unter dem langjährigen Mittel lagen und im Juni sogar nur noch 31 Prozent erreicht wurden, wirkten sich die geringeren Regenmengen bereits ab Mitte Mai auf die Tendenzen der Grundwasserstände aus.
Zwischen 2 und 59 Prozent Nutzungsgrad
Der aktuelle Nutzungsgrad der oö. Grundwasserkörper beträgt zwischen 2 und 59 Prozent. „Dieser große Rahmen hängt ab von der Speichermöglichkeit des Bodens, aber auch dem Ausnutzungsgrad etwa im Zentralraum mit hohem industriellen Nutzungsanteil“, erläutert Christian Kneidinger, Leiter der Gruppe Trinkwasser und Abwasser des Land OÖ.
Bei länger anhaltender Trockenheit mit Engpässen zu rechnen ist in hydrogeologisch sensiblen Gebieten wie im Kristallin der Böhmischen Masse (Mühlviertel, Sauwald), im Schlierhügelland oder in der Traun-Enns-Platte.
Maßnahmen zur Sicherung
Unterstützt werden Gemeinden im Rahmen der Landesstrategie „Zukunft Trinkwasser“ mit dem Instrument der Trinkwasserversorgungskonzepte (TWVK). Gemeinden, die beim Anschlussgrad an das öffentliche Wassernetz noch unter 95 Prozent liegen, haben damit eine Planungsgrundlage.
Mittlerweile bei 85 Prozent liegt der Anschlussgrad (rund 1,25 Millionen Einwohner) an öffentliche Wasserversorgungsanlagen. Eine Erhöhung ist auf 90 Prozent bis 2030 geplant.
Hausbrunnen krisenanfälliger
Wie sich gezeigt hat, sind Kleinst- und Einzelwasserversorgungsanlagen, also besonders private Hausbrunnen, die krisenanfällige Art der Wasserversorgung. Es sei ein Trugschluss zu glauben, die eigene Wasserversorgung sei günstiger als die öffentliche, so Kaineder und Kneidinger. „Der Hausbrunnen muss instand gehalten, gepflegt werden. So wird das eher teurer. Wenn Probleme auftreten, ist meistens der Zustand des Brunnens schuld. Die öffentliche Versorgung ist in der Regel krisensicher.“ Es gebe auch noch Hausbrunnen in Siedlungsgebieten, die auch volkswirtschaftlich keinen Sinn machen würden, so Kneidinger.
Auch wird appelliert, dass sich Wasserversorger mehrere Standbeine (Brunnen oder Verbindungen zu benachbarten Wasserversorgen) schaffen sollten, um sich im Bedarfsfall, etwa auch bei Trinkwasserverunreinigung, gegenseitig absichern zu können.
Wassersparen immer gut
„Wassersparen ist im Sommer immer gut“, appelliert Kaineder generell. Beim Thema der privaten Pools überlasse er den Gemeinden die autonome Regelung. Im Grunde halte er es aber für gescheit, etwa eine Pool-Gebühr einzuheben. Auch durch die Entsorgung von Chlorwasser würden Mehrkosten entstehen, diese Mehrkosten sollten gerecht und nicht auf die Allgemeinheit verteilt werden.


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