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Tips Logo Online Redaktion, 27.07.2023 17:37

OÖ. Nicht zufrieden zeigt sich die heimische Landwirtschaft mit der diesjährigen Getreideernte. Die Menge sei durchschnittlich, die Qualitäten seien – vor allem beim Proteingehalt – schwach. Dazu kommen gefallene Preise. Zudem würde das Grünland unter der Trockenheit leiden, die Maisbestände seien in einem bedenklichen Zustand, heißt es am Donnerstag von der Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich.

Die Getreideernte ist heuer in Oberösterreich durchschnittlich. (Foto: LK OÖ)
  1 / 2   Die Getreideernte ist heuer in Oberösterreich durchschnittlich. (Foto: LK OÖ)

Unter anderem das Kriegsgeschehen bringe die Getreidepreise unter Druck, hat zu einem Verfall der Getreidepreise um 30 bis 50 Prozent geführt.

Aufgrund der Schließung des Schwarzmeerkorridors drohe auch verstärkt der Export der ukrainischen Ernte über das Festland direkt in die EU. „Hier ist die EU-Kommission gefordert, die ukrainischen Warenströme nach Afrika und Asien umzulenken, um den europäischen Markt zu entlasten. Im aktuellen Kriegsgeschehen ist dies aber nur schwer realisierbar. In diesem Umfeld kann man den Getreidebauern nur raten, jetzt vorerst nicht zu verkaufen und auf ein Anspringen der Märkte zu warten. Derzeit gibt es kaum Käufer seitens der Verarbeitungsindustrie“, so LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.

Weizen mit schlechtem Eiweißgehalt

Zusätzlich problematisch sei, dass die OÖ Weizenernte heuer nicht den Qualitätsanforderungen für Mahlweizen entspricht und der Großteil deutlich unter dem geforderten zwölf Prozent Eiweißgehalt liegt. Über 90 Prozent des Weizens hat damit Futterqualität und entsprechende Preisabschläge zu erwarten.

Oberösterreich trockenstes Bundesland

Einfluss auf die Ernte in allen Bereichen hat auch der Witterungsverlauf. Auf einen warmen Winter folgte ein kühler Frühling mit Spätfrösten und viel Niederschlag. Ab Mitte Mai stellte sich das Wetter um und es folgte eine heiße und trockene Phase.

„Oberösterreich ist seit Mitte Mai bundesweit das trockenste Bundesland und das Niederschlagsdefizit ist trotz der Regenfronten Mitte Juli anhaltend hoch. Gerade bei Mais und Sojabohne, aber auch bei Zuckerrübe ist der Wasserbedarf im Juli und August sehr hoch“, erläutert Helmut Feitzlmayr, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in der LK OÖ.

Die durch die Dürre heuer entstandenen Schäden würden heuer ein Vielfaches der bisher entstandenen Hagelschäden ausmachen.

„Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass sich das Grünland durch die Mitte Juli gefallenen, sowie zukünftigen Niederschlägen etwas erholen kann und bei den Herbstaufwüchsen die Wiesen zur Gewinnung von Grundfutter entsprechend genutzt werden können“, so Feitzlmayr.


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