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OÖ/LINZ. In der Landtagssitzung am Donnerstag im Linzer Landhaus wurde die Überarbeitung des Oö. Hundehaltegesetzes thematisiert, die nach der schrecklichen tödlichen Hundeattacke in Naarn angegangen wird. Die ÖVP wollte in einer mündlichen Anfrage an Tierschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) wissen, welche Ergebnisse aus der angekündigten Evaluierung bereits erzielt wurden.

Landtag - Archivbild (Foto: Volker Weihbold)
Landtag - Archivbild (Foto: Volker Weihbold)

„Welche Ergebnisse haben Sie aus der angekündigten Evaluierung des oberösterreichischen Hundehaltegesetzes bereits erzielt, um die Gefahr, die von bestimmten Hunderassen ausgeht, zu reduzieren?“, so die konkrete Frage von OÖVP-Tierschutzsprecher Josef Naderer.

Lindner betonte, dass das Gesetz nachhaltig evaluiert werden solle. Es würden die besten Beispiele aus dem gesamten deutschsprachigen Raum miteinbezogen. Einer Differenzierung von Rassen hält er bezugnehmend auf Experten aber nicht für sinnvoll, der Trend gehe auch europaweit wieder weg von Rasselisten.

Lindner für 40/20-Regel

Lindner zieht hingegen eine 40/20-Regel vor. Sein Vorschlag: für größere Hunde, die mehr als 40 Zentimeter Widerristhöhe haben oder mehr als 20 Kilogramm schwer sind, sollten strengere Regeln gelten, als für kleinere Hunderassen. Auch werde es einen Hundeführerschein brauchen. „Wichtig ist, dass Hundehalter ihre Hunde kennen und Zeichen richtig deuten können.“

Lindner bekräftigte auch in einer Aussendung erneut, die Gesetzesänderung transparent und mit größtmöglichem Konsens unter Einbindung aller Parteien auf den Weg bringen zu wollen. „Nach den Gesprächen mit den Experten aus den Fachabteilungen des Landes OÖ, freue ich mich auf einen konstruktiven Austausch mit allen Fraktionen“, lässt Lindner auch in einer Aussendung wissen.

Ein Unterausschuss wurde bereits eingerichtet. Sein rascher Termin nicht möglich sein, werde Lindner am 30. November alle Landtagsfraktionen zu einem informellen Austausch einladen. Ein Beschluss des neuen Gesetzes könnte im ersten Quartal 2024 fallen.

Kritik der ÖVP

Die ÖVP sieht bislang nur Ankündigungen, aber keine Ergebnisse. Von einer 40/20-Regel hält Tierschutzsprecher Naderer nichts, eine solche Differenzierung sei „weder zielführend noch praktisch umsetzbar“. Linder stecke so „Familienhunde und Kampfhunde unter eine Decke und stellt somit größere und schwerere Hunde unter Generalverdacht. Viel zielführender ist eine Orientierung an die bereits erfolgreich etablierten Lösungen in Österreich. Es reicht hier ein Blick etwa nach Niederösterreich oder Wien, welche bereits über unmittelbar umlegbare Rassen-Kategorisierungen verfügen“, so auch Klubobmann Christian Dörfel.

Die ÖVP fordert hingegen unter anderem „Maulkorb- und Leinenpflicht für Kampfhunde an öffentlichen Orten“ und ein Verbot der Schutzhundeausbildung von privaten Hunden.


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