Regierung gibt neues Lehrmaterial für Moscheeunterricht in Auftrag
OÖ. Das Integrationsministerium will neues Lehrmaterial für Moscheevereine zur Verfügung stellen. Dieses soll „integrationsfördernd“ und deutschsprachig verfasst sein. Laut Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sollen mit dem Projekt religiöse Parallelgesellschaften verhindert werden.

Im Zuge einer OÖ-Studie zum Moscheeunterricht in Oberösterreich analysierte der Soziologe, Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Mouhanad Khorchide die in Moscheevereinen verwendeten Lehrmaterialien. Hinsichtlich dem Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder und jungen Muslime in Österreich meinte er folgendes: „Auffällig bei allen Büchern und Lehrmaterialien ist die Tatsache, dass sie kaum Bezug zu Deutschland bzw. zur Lebensrealität der Kinder und jungen Muslim:innen in Deutschland bzw. Österreich, wo sie auch eingesetzt werden, aufweisen. Weder die Texte noch die dargestellten Bilder gehen auf den österreichischen Kontext ein.“
„Integrationsfördernder, deutschsprachiger Moscheeunterricht“
Nun wird eine Neuerstellung des Lehrmaterials für Moscheevereine in Auftrag gegeben. Die wissenschaftliche Leitung für das Projekt „Moscheeunterricht 2.0“ liegt beim Innsbrucker Professer Zekirija Sejdini. Laut Integrationsministerin Susanne Raab soll der Unterricht künftig auf Deutsch stattfinden. „Außerdem müssen die vermittelten Werte im Einklang mit dem österreichischen Wertesystem stehen, wie die Demokratie und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Die Studie 'Moscheeunterricht 2.0' soll dabei die Grundlage für einen integrationsfördernden, deutschsprachigen Moscheeunterricht bilden“, so Raab.
Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer spricht von einem wichtigen Schritt „im Kampf gegen religiöse Parallelgesellschaften“ und weiter: „Lehrmaterialien müssen einen Bezug zur österreichischen Lebensrealität haben, auf Deutsch verfügbar sein und die interreligiöse Kompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken.“
Studienleiter Sejdini über das Projektziel
Von 2019 bis 2023 wurde in OÖ eine bundesweite Studie zum Moscheeunterricht in Österreich durchgeführt. In Folge wurde vom Bundeskanzleramt und dem Land Oberösterreich das Projekt „Moscheeunterricht 2.0“ in Auftrag gegeben, das die wissenschaftliche Basis für einen Moscheeunterricht bilden soll. Insbesondere sollen die Unterrichtsmaterialien in Deutsch angeboten werden. „Die Unterstützung umfasst die Entwicklung von Lehrplänen, die didaktisch-methodische Vorbereitung von Unterrichtseinheiten sowie die Erstellung eines Leitfadens für einen zukunftsorientierten Religionsunterricht. Ziel ist es, Moscheen in ihrem Bestreben zu unterstützen, einen kontextbezogenen und auf die Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen ausgerichteten Moscheeunterricht in deutscher Sprache anzubieten“, so Studienleiter Zekirija Sejdini.


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