"Druck aus Oberösterreich hat sich ausgezahlt": Wolfsschutzstatus wird gesenkt
Ö/OÖ. Heute, am 3. Dezember, stimmten die Vertragsstaaten der Berner Konvention über die Zukunft des Wolfsschutzes ab. Künftig soll der Abschuss der Tiere erleichtert werden. Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (VP) spricht von einem „guten Tag für die heimische Land-, Forst- und Almwirtschaft“.

In Europa gibt es derzeit über 20.000 Wölfe - laut EU habe sich die Zahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre fast verdoppelt. Am 3. Dezember einigten sich die 38 Vertragsstaaten der Berner Konvention nun dazu, den Schutzstatus von Wölfen von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzusetzen.
Bisher durften die Tiere nicht absichtlich getötet werden. Maßnahmen zur Erhaltung des Wolfes mussten in den einzelnen Staaten gesetzt werden. Nun darf schärfer gegen Wölfe vorgegangen werden und die Tiere einfacher geschossen werden.
Tatsächliche Absenkung dauert noch
„Ein guter Tag für die heimische Land-, Forst- und Almwirtschaft sowie für die Sicherheit unserer ländlichen Bevölkerung“, so Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (VP) in einer ersten Reaktion: „Der Druck aus Oberösterreich hat sich ausgezahlt. Vielen Dank an Landwirtschaftsminister Nobert Totschnig, der vehement unsere Forderung aus Oberösterreich auf EU-Ebene vertritt! Die heutige Entscheidung ist ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein klares Bekenntnis zu unserer heimischen Land-, Forst und Almwirtschaft.“
Bis es tatsächlich zur Absenkung des Wolfsschutzstatus kommt, werden jedoch noch einige Monate vergehen. Für Langer-Weninger sei daher eine regionale und treffsichere Handhabung, die mit der Oö. Wolfsmanagementverordnung vorliege, umso wichtiger. Als unwahrscheinlich, aber möglich, gilt: Ein Drittel der Staaten könnte bis zur tatsächlichen Senkung des Schutzstatus noch ein Veto einlegen.
Wolfsreport des Tierschutzes Austria
Der Tierschutz Austria veröffentlichte einen Tag vor dem Beschluss, am 2. Dezember, den ersten Wolfsreport. Dabei wurden 500 Menschen befragt, wie sie über den Wolf denken. Die Studie ergab: 76 Prozent der Befragten sehen die Rückkehr des Wolfes als Bereicherung, 83 Prozent bewerten seinen Beitrag zum Naturschutz als positiv und 77 Prozent sind für die Aufrechterhaltung seines strengen Schutzstatus.
Jedoch zeigt der Wolfsreport auch Wissenslücken auf. Etwa die Hälfte der Befragten fühlt sich schlecht über das Verhalten des Wolfs informiert. Sechs von zehn geben an, zu wenig über den Einfluss des Wolfs auf das Ökosystem zu wissen.


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