Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OPPONITZ. Nach langer Krankheit ist Rudolf Sterlinger am 21. September verstorben. Rudolf Sterlinger war vielen, vor allem von diversen Ballveranstaltungen, Hochzeiten und dergleichen, als Musiker bekannt.

Seine Bandkollegen verabschiedete sich von ihm mit Whittakers "Abschied ist ein scharfes Schwert".
Seine Bandkollegen verabschiedete sich von ihm mit Whittakers "Abschied ist ein scharfes Schwert".

Im Alter von acht Jahren kam der gebürtige Steirer, mit seiner Familie nach Waidhofen an der Ybbs, wo er auch die Schule besuchte. Danach erlernte er bei der Firma Voitec das Malerhandwerk. Im Alter von 27 Jahren heiratete er seine Frau Traudi und übersiedelte nach Opponitz. Mit der Geburt seiner zwei Söhne Thomas und Christoph war das Familienglück perfekt. Neben seiner Familie war die Musik seine große Leidenschaft. Er erlernte in seiner Jugendzeit die Gitarre, welche ihm fortan sozusagen auf seinen „musikalischen Lebensweg“ begleitete.

„Umweltbewusster“ Gemeinderat 

Bei der am Freita,g dem 5. Oktober, stattgefundenen Beerdigung, dankte Bürgermeister Johann Lueger in seiner Ansprache dem Verstorbenen für seine Tätigkeit als Gemeindemandatar. Rudolf Sterlinger gehörte in der Periode 1990 bis 1995 den Gemeinderat an, war im Sozial- und Umweltausschuss tätig und bekleidete hier das zu dieser Zeit noch sehr neue Amt des Umweltgemeinderates. Damals war gerade der Umweltgedanke im Umbruch, die Bewusstseinsbildung – nicht alles einfach so zu entsorgen – änderte sich und Rudolf Sterlinger war als Umweltgemeinderat wahrlich ein Vorreiter in seinem Fach. Mit seinen Mitstreitern im Gemeinderat wurden damals die „Opponitzer Entsorgungstage“ eingeführt. Am Hojasplatz und am Bahnhof wurde alles umweltgerecht gesammelt, getrennt und entsorgt. An diesen Tagen war wirklich ganz Opponitz auf den Beinen: Toll wie sich die Bewohner gegenseitig unterstützten und wie vorbildlich Opponitz in diesen Belangen war.

Mut zu Unpopulärem

Rudolf Sterlinger war kein bequemer Mitstreiter wenn es um das Thema Mülltrennung und Umweltschutz ging, er behauptete sich, zeigte Rückgrat und setzte auch, wenn“s sein musste, eine unpopuläre Maßnahme. Es war damals auch die Zeit als der Gemeindeverband für Umweltschutz gegründet wurde und 35 Gemeinden im Bezirk, mit großteils unterschiedlichen topographischen Voraussetzungen, mussten diesbezüglich unter einen Hut gebracht werden. Kompromisse mussten gemacht werden, aber die wesentlichen Vorzüge beziehungsweise Notwendigkeiten für die Ybbstalgemeinden konnten damals ausverhandelt und erzielt werden. Bürgermeister Lueger übermittelte in seiner Rede auch die Worte des Abschieds von seinem ehemaligen Musikkollegen. Wie erwähnt, war ein ganz wesentliches Element im Leben von Rudolf Sterlinger die Musik, und hier im speziellen die Tanzmusik.

Leidenschaft Musik

Schon mit ganz jungen Jahren heuerte „Riff“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, bei den damaligen „Waidhofner Buam“ als Gitarrist an. Ende der 60er-Jahre bis zur Band-Auflösung, also insgesamt rund 20 Jahre, war Rudi Sterlinger sozusagen ein Hauptbestandteil der Unterhaltungsgruppe „Evergreens“. Er begeisterte damals mit seinen Kameraden und dem unverkennbaren „Sound“ unzählige Hochzeitsgäste und Ballbesucher. Als Bassist, Gitarrist und als Sänger hatte Rudi Sterlinger großen Anteil am musikalischen Erfolg dieser Musikgruppe. Nachdem sich die Musikgruppe „Evergreens“ aufgelöst hatte, wurde Rudi Sterlinger Mitglied des „Opponitzer Sextetts“.

Ein Sextett zu siebt

Durch sein Mitwirken war die Gruppe auf sieben Personen angewachsen. Rückblickend gesehen, darf durchaus behauptet werden, dass das „Opponitzer Sextett“ damals am musikalischen Zenit stand. Musiktitel der Viller-Spatzen und andere Bläserarrangements waren auf einmal „spielbar“ – und Rudi Sterlinger ergänzte die Truppe vor allem als Sänger einmalig!

Whittaker aus dem Ybbstal

Seine samtige Bassstimme war die optimale Ergänzung und die von ihm gesungenen Musiknummern von Roger Whittaker – wie „Wenn es dich noch gibt“, „Eloisa“ und „Abschied ist ein scharfes Schwert“ – waren musikalische Höhepunkte einer Unterhaltung mit den „Evergreens“ oder mit dem „Opponitzer Sextett“. Musiktitel, deren Text nun für seine alten Kameraden eine ganz andere Bedeutung bekommen haben. Viele Jahre war Rudi nun durch seine Krankheit gezeichnet und konnte seiner Leidenschaft – dem Musizieren – nicht mehr nachkommen. Er war jedoch immer begeisterter Zuhörer, wann und wo sich das „Opponitzer Sextett“ zu einem Revival traf. So auch noch im Vorjahr – als das „Opponitzer Sextett“ das Fest der FF Opponitz gestaltete. Viele Zeitzeugen können sich sicherlich erinnern: Wenn sich eine Veranstaltung dem Ende zuneigte, gab es ein Lied von Roger Whittaker – nämlich „Abschied ist ein scharfes Schwert“, gesungen von Riff Rudi Sterlinger. Zum Schluss des Requiems haben sich seine alten Musikkollegen vom „Opponitzer Sextett“, verstärkt mit den Damen des Kirchenchores, von ihrem Wegbegleiter mit diesem wunderschönen und in diesem Fall sehr bewegenden Lied verabschiedet. Von REINHOLD KEFER


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden