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OTTENSHEIM. Die Sonne meint es an diesem Herbsttag gut mit einem: Die wärmenden Strahlen machen die Fährfahrt von Ottensheim nach Wilhering zu einem angenehmen Erlebnis. Doch die Donau kann auch anders. Dass das so ist, weiß wohl keiner besser als Fährmann Theodor Pumberger. Schließlich ist die Fähre seit 1967 mehr als sein zweites Zuhause.
 

Theodor Pumberger Foto: Hamedinger
Theodor Pumberger Foto: Hamedinger

Wenn Nebel die Sicht behindert und man nicht von einem Ufer zum anderen sieht, dann ist der Job eines Fährmannes unter Umständen ein höchst gefährlicher. „Vor über 30 Jahren kam es zum wohl dramatischsten Vorfall in meiner Karriere. Plötzlich tauchte im dichten Nebel die „Wolga“ – ein russisches Passagierschiff – auf. Kurz vor dem Zusammenstoß glaubte ich, dass meine letzte Stunde geschlagen hat“, erinnert sich Pumberger, den sie alle nur liebevoll Teddy nennen, an Zeiten in denen Schiffe und Fähren noch nicht mit den heutigen technischen Geräten ausgestattet waren und sich Kapitäne sowie Besatzung noch auf ihre Augen und Ohren verlassen mussten. Der damalige Zwischenfall ging ohne größere Verletzungen über die Bühne und auch die Ottensheimer Fähre konnte trotz ihrer Beschädigung weiter Passagiere transportieren.

Beschimpfungen und Trinkgeld

Doch wer glaubt, damit war die Aufregung im Berufsleben von Teddy vorbei, der irrt sich. „Insgesamt hab ich acht Personen das Leben gerettet“, erzählt Pumberger, der den Beruf des Bootsbauers gelernt hat, mit einem zufriedenen Lächeln. Besonders Ruderer und Motorbootfahrer unterschätzen gerne die Donau – insbesondere bei höheren Pegelständen. Pumberger: „Ist das Wasser höher, fließt es auch schneller und kommt man dann noch zu nahe an die Fähre, wird es gefährlich.“ So musste der 1942 Geborene oft unter Einsatz seines eigenen Lebens leichtsinnige Wassersportler aus dem kalten Fluss ziehen. „Bei den Geretteten hab ich fast alles erlebt. Von einem saftigen Trinkgeld bis zu Beschimpfungen, weil ich und meine Kameraden den Hut des Verunglückten nicht bergen konnten“, erinnert sich Pumberger, der sich keinen anderen Beruf vorstellen kann.

Ein schönes Leben

„Gerade im Frühling, wenn das Leben wieder erwacht, gibt es kaum einen schöneren Platz als auf der Fähre. Noch dazu lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen“, sagt Pumberger, der in seiner Laufbahn als Fährmann nach eigenen Angaben nur einmal verschlafen hat und wohl um keinen Preis mit einem Menschen auf dieser Welt tauschen würde.


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