Neuer Stern am Jazz-Himmel: Stipendium für Masterstudium geht an Saxofonistin mit Perger Wurzeln
MAUTHAUSEN/WIEN. Um aufstrebenden Talenten den nächsten Sprung in ihrer Entwicklung zu ermöglichen, wird seit 2018 anlässlich des jährlichen Ö1-Jazztages ein Stipendium vergeben. Die Wahl der Juroren fiel heuer auf Madeleine Kaindl – eine ehemalige BORG Perg-Absolventin, die sich in der heimischen Jazz-Szene mittlerweile einen guten Namen gemacht hat.

„Die Musikalität habe ich definitiv nicht vererbt bekommen – keiner meiner engsten Familienmitglieder spielt ein Instrument. Ich war dennoch schon immer ein sehr musikalisches Kind, ich habe immer gesungen und getanzt“, erzählt die gebürtige Mauthausenerin, die zunächst im Alter von sieben Jahren mit dem Gitarrespielen begonnen hat. „Von heute auf morgen wollte ich dann das Saxofonspielen lernen – einfach so. Ohne Input von außerhalb begann ich bei Charly Hinterholzer Privatstunden zu nehmen, jedoch verflog der Spaß relativ schnell. Nach ein paar Monaten wollte ich aufhören, doch hat mein Papa damals gesagt: Wenn du das durchziehst, stehst du irgendwann oben am Berg und schaust voll Begeisterung auf deinen zurückgelegten Weg hinunter“, erinnert sich die heute 27-Jährige im Tips-Gespräch an ihre Anfänge zurück.
Wiedersehen mit Privatlehrer
Ganz überzeugt war sie nicht, aufgehört hat sie aber auch nicht. Als dann doch der Spaß und vor allem der Ehrgeiz, besser zu werden, wieder dazukam, entschied sich Kaindl für eine Schulkarriere im Musikzweig am BORG Perg. Dort kam es zum Wiedersehen mit dem vormaligen Privatlehrer, der dort unterrichtete. „Charly Hinterholzer war ein sehr wichtiger Mentor, er hat mir die Liebe für den Jazz nahegebracht und er hat mich sehr motiviert, diesen Weg zu gehen. Bei meiner Matura habe ich natürlich auch Saxofon gespielt. Am Tag der mündlichen Matura musste ich direkt danach nach St. Pölten zum Marianne-Mendt-Jazzfestival weiterfahren, um dort aufzutreten. Da war ich nervöser als zuvor bei der Matura“, sagt Kaindl, die parallel zum Borg auch an der Bruckner Privatuniversität im Rahmen der Begabtenförderung ein Vorstudium begonnen hatte. Nach einem weiteren Jahr in Linz verlagerte die Saxofonistin ihren Lebensmittelpunkt nach Wien, wo sie am MUK sowie am Jam Music Lab studierte. An letztgenannter Privatuni kann Kaindl nun ein viersemestriges Masterstudium in Angriff nehmen.
In auftrittsfreier Zeit erstes Album fertiggestellt
Auf Auftritte mit dem Trioprojekt „Autobiographie“, wo sie an der Seite von Pianistin Katarina Kochetova und Schlagzeuger Matti Felber Altsaxofon spielt, oder Musikabende als Sängerin der Band „Madeleine & the Hildeguards“ muss sie derzeit noch warten. Die Corona-Pause wurde aber kreativ genutzt – so ist ein Album, das im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll, bereits fertig eingespielt.


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