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Mit dem Ausstellungstitel „Aufschwung in der Perger Gründerzeit“ rückt der Heimat- und Museumsverein Perg Unternehmen in den Mittelpunkt, die in den letzten Jahrzehnten der Habsburger Monarchie in Perg gegründet worden sind und sich in ihrer Unternehmensgeschichte auf diese Wurzeln beziehen.Die Ausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg, Stifterstraße 1, wird am Fr 13. Mai 2022 um 19 Uhr eröffnet und ist bis Ende Oktober 2022 jeden Sa und So von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

  1 / 2   Im Amtsgebäude der Marktkommune Perg waren ab 1868 die k.k. Bezirkshauptmannschaft, das k.k. Bezirksgericht und die k.k. Steuerbehörde sowie Dienstwohnungen und 10 Arrest-Zellen unentgeltlich und unwiderruflich untergebracht.

Die Neuordnung des Staates nach der Revolution von 1848 brachte die Einteilung in Verwaltungsbezirke und die das k.k. Bezirksamt wurde zunächst in Grein angesiedelt. Die Perger Bürgerschaft setzte aber sofort alle Hebel in Bewegung und war zu bedeutenden wirtschaftlichen Leistungen bereit, damit der Perg Standort der Bezirksverwaltung wurde. Dazu wurde ein eigenes Verwaltungsgebäude in der Herrenstraße errichtet und der k.k. Statthalterei für Österreich ob der Enns unentgeltlich und unwiderruflich überlassen. 1868 konnte das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Perg war mit einem Schlag ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit kurzen Wegen zur Obrigkeit. Seit 2014 befindet sich an dieser Stelle das Stadthaus. Nach wie vor ist es nicht nur ein Geschäfts- und Wohnhaus, sondern auch ein Amtsgebäude. 

Schon 1865 nahm die Sparkasse der Marktkommune Perg im Rathaus ihren Betrieb auf.

1868 eröffnete das Handelshaus Reichmann sein Geschäft direkt auf dem Perger Hauptplatz,1878 folgte das Handelshaus Altzinger in der Herrenstraße.

1872 wurde das Hotel Terpinitz (heute Waldhör) am Standort eines geplanten Bahnhofes errichtet.

Die Perger Steinbrüche schlossen sich 1872 mit anderen Steinbrüchen zur Actiengesellschaft für Straßen und Brückenbauten (später Granitwerke Anton Poschacher) zusammen und vier Perger Mühlsteinhauer gründeten im selben Jahr die Erste österreichische Fabriksgesellschaft für die Erzeugung Deutscher Mühlsteine Fries, Burgholzer & Co. (heute Capatect als Teil der Synthesa-Gruppe).

Johann Schöberl begann 1879 mit der Entwicklung und dem Bau landwirtschaftlicher Maschinen (heute Standort für die Erzeugung von Hub- und Seitenstapler der Firma Bulmor) und 1883 siedelte sich Mathias Schmidmayr als Fotograf in der Rathausgasse an.

Die Bäckereien in der Linzer- und Herrenstraße kamen 1884 (Frauendorfer) und 1893 (Grabner – heute Pani) in neue Hände, ebenso 1887 die Gemischtwaren- und Lederhandlung Leimer und 1894 die Apotheke.

1886 startete Josef Schreihofer die Cementwaren-Fabrik und Dachdeckerei und im selben Jahr begann Johann Baumann in der Schoberstraße mit seine Glaserei.

1897 bekam die damals noch eigenständige Gemeinde Weinzierl mit Thomas Freinschlag eine Wagnerei, die er 1923 an seinen Schwiegersohn Johann Haselberger übergab.

Im Jahr 1900 gründeten die Landwirte der damals ebenfalls noch eigenständigen Gemeinde Pergkirchen eine Raiffeisenkasse.

In den 1910er-Jahren eroberten die Perger das Naarntal. Sie setzten sich für den Bau der Naarntalstraße ein und errichteten ein Elektrowerk am Standort der ehemaligen Kegelschmiede. Am 1. Jänner 1911 erstrahlte auf dem Perger Hauptplatz die elektrische Straßenbeleuchtung.

Die Ausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg, Stifterstraße 1, wird am Freitag, 13. Mai 2022 um 19 Uhr eröffnet und ist bis Ende Oktober 2022 jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 0650 54 27 786 oder 0664 21 59 788, E-Mail: heimathaus-stadtmuseum@perg.at, www.pergmuseum.at) geöffnet.


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