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40 Jahre Lebenshilfe in Grein: Wie ein kleiner Schritt in der Region Großes in Bewegung setzte

Markus Hochgatterer, 06.04.2021 10:17

GREIN. Die Lebenshilfe Oberösterreich setzt sich seit 1969 mutig dafür ein, dass unsere Gesellschaft Menschen mit Beeinträchtigungen als selbstverständliche und gleichberechtigte Akteure anerkennt. In der Donaustadt Grein reichen diese Bemühungen mittlerweile vier Jahrzehnte zurück.

  1 / 5   Inklusion wird in Grein seit vier Jahrzehnten in allen gesellschaftlichen Bereichen gelebt. (Foto: Lebenshilfe Grein / Archiv)

Es ist Visionären wie Walter Edtbauer zu verdanken, dass Inklusion heutzutage in der Region kein Fremdwort mehr ist. Der Weg dahin, dass alle Menschen im Bezirk Perg gleichberechtigt nebeneinander leben, war allerdings am Anfang von einigen Hürden geprägt.

„Eine Einrichtung für Behinderte? – des brauch ma bei uns ned“

Edtbauer, der ab 1978 bei der Lebenshilfe in Linz tätig war, startete bald erste Versuche, auch im Bezirk Perg eine Einrichtung zu etablieren. Wie er am 1. April, dem 40. Jahrestag der Eröffnung der Werkstätte Grein, in seiner Jubiläumsrede wissen ließ, blieb die von der Bezirkshauptmannschaft erhoffte Unterstützung damals aus. Er ließ sich aber von Aussagen wie „Sowas brauch ma ned bei uns“ nicht entmutigen. Der Einsatz Edtbauers und seiner Mitstreiter, der oftmals weit in den Privatbereich hineinreichte, machte sich aber schließlich bezahlt – und an besagtem Datum im Jahr 1981 wurde in einem kurz davor geschlossenen Greiner Kaffeehaus die erste Lebenshilfe-Werkstätte im Bezirk Perg in Betrieb genommen. Der erste kleine Schritt in der Region war gesetzt, viele weitere große sollten bis heute folgen. „Wir sind 1981 mit sechs Klienten gestartet, ein Jahr später waren es bereits 24. Dass wir diese Einrichtung im Bezirk entgegen zunächst anders lautender Einschätzungen sehr wohl brauchen, zeigte sich also bereits sehr rasch“, sagt der „Brückenbauer“, der heute mit Stolz auf weitere Errungenschaften wie verschiedene Wohnformen oder die Gründung einer Außengruppe zurückblickt.

Vorreiterrolle auf europäischer Ebene

„Die Schaffung der Lebenshilfe-Außengruppe, die seit etwa 30 Jahren in Kooperation mit der Stadt Grein wichtige Beiträge bei der Grünraumpflege leistet, war ein Meilenstein – so ein Kooperationsmodell war damals europaweit einzigartig“, sagt Edtbauer, der sich über die gute Entwicklung der Lebenshilfe in Grein sowie im gesamten Bezirk, wo derzeit 122 Klienten von rund 100 Helfern betreut werden, freut. Freuen dürfen sich demnächst auch Besucher der Donaustadt – und zwar über Werke der Lebenshilfe-Künstler, die anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums ab dem 27. Mai an 17 Stationen quer durch Grein zu bewundern sind.


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