Öko-Arbeitskreis will St. Georgen/Gusen zu einer Vorzeigegemeinde in Sachen Klimaschutz und Versorgung mit sauberer Energie machen
ST. GEORGEN/GUSEN. Wenn es in Gesprächen um den Klimaschutz geht, kommt oftmals das Argument: „Wir sind nicht schuld, also können wir nichts ändern“ – dass dem keinesfalls so ist, wollen die Mitglieder des Ökoarbeitskreises St. Georgen/Gusen unter Beweis stellen. Und das auf vielfältige Weise.

„Wir sind uns unserer Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft unserer Enkel und deren Nachkommen bewusst, deswegen setzen wir jetzt sofort Maßnahmen um, um das Schwinden der Lebensvielfalt in Österreich, welches Jahr für Jahr voranschreitet, zu bremsen“, sagt Gottlieb Soriat, Gründungsmitglied des von Erich Wahl geleiteten, überparteilichen Öko-Arbeitskreises der Gemeinde St. Georgen/Gusen. Wo es Fehlentwicklungen gibt, ist den Arbeitskreis-Mitgliedern klar: Intensivlandwirtschaft, Lichtverschmutzung, Flächenversiegelung, entartete Gärten, Flussbegradigungen und vieles mehr sind für die negativen Entwicklungen verantwortlich. „Studien belegen, dass in den letzten 30 Jahren ca. 80 Prozent der Biomasse an Insekten verschwunden sind, und dies gemessen in Naturschutzgebieten“, sagt Biologe Fritz Gusenleitner, der im Arbeitskreis zu den Unterstützern der ersten Stunde zählt.
Weitere Unterstützer und Ideen sind willkommen
St. Georgen/Gusen soll zu einer Vorzeigegemeinde in Sachen Naturschutz und Energieversorgung werden, dahingehend sind sich alle im Gemeinderat vertretenen Parteien und viele Naturaktivisten einig. „Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, benötigen wir natürlich die Unterstützung, Ideenlieferung und Akzeptanz unserer Gemeindebürger, wir bitten um aktive Teilnahme. Wir sind für jeden Vorschlag offen und über jede Form der Unterstützung – auch aus anderen Gemeinden – dankbar“, sagt Soriat. Aus der lokalen Initiative sollen sich künftig gemeindeübergreifende Projekte ergeben – Vision ist gemeinsam mit den Nachbarorten eine „Ökoregion Gusen“.
Zukunftsprojekt „Öko-Platzerl“
Neben einigen schon abgeschlossenen oder im Laufen befindlichen Projekten ist es nun das Ziel, auf ca. 200 Quadratmetern Wiese und Parkplatz entlang der Mittelschule am Zufahrtsweg zum AktivPark eine Öko-Insel zu gestalten. Dazu ist es notwendig, die dortige Humusfläche der Wiese abzutragen, Geländestrukturen zu schaffen und die Fläche mit Sand zu durchmischen, um jenen Pflanzen Platz zu bieten, die es nährstoffarm und trocken haben wollen.
Muster „Öko-Insel“ für Pflanzen und Insekten
„Es sind gerade jene Blumen, die wir so positiv in Erinnerung haben wie Margeriten, Salbei, Glockenblumen, Wilde Möhre, Kartäusernelke, Bocksbart und einige mehr, die dort gedeihen und dadurch von den sonst düngerhungrigen Pflanzen wie Löwenzahn, Brennnesseln etc. verschont und unbedrängt bleiben. Wir verfolgen einerseits das Ziel, möglichst vielen Spezies – auch durch Nisthilfen – ein Gedeihen zu ermöglichen, andererseits soll die unmittelbare Nähe zur Mittelschule dazu genützt werden, um junge Menschen auf Naturgegebenheiten und Gefährdungen aufmerksam zu machen und Möglichkeiten, positive Schritte zu setzen, vorzustellen. Eine mit Strom aus einer Photovoltaikanlage betriebene Schauanlage, Hinweisschilder und Erklärungen werden die Ziele zu vertiefen helfen“, ist Soriat optimistisch und fügt hinzu: „Wichtig ist, vorzuzeigen, dass ein jeder mit einem minimalen Klimabeitrag im eigenen Umfeld zur Verbesserung der Zukunft beitragen kann, nur gemeinsam kann diese enorme Herausforderung gemeistert werden.“ Erfolgreich verliefen erst kürzlich auch Gespräche mit den ÖBB bezüglich einer vom Arbeitskreis erwünschten Renaturierung des Geländes bei der Bahnhof-Baustelle St. Georgen/Abwinden – ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Öko-Vorbildgemeinde.


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