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MAUTHAUSEN. Über das ehemalige Kriegsgefangenenlager Mauthausen während des Ersten Weltkriegs informierte der Heimat- und Museumsverein Schloss Pragstein Mauthausen bei einer Themenführung am 16. Oktober.

Ernst Gusenbauer informierte bei einer Themenführung über das ehemalige Kriegsgefangenenlager in Mauthausen. (Foto: Mauthausen Tourismus)

„Das Kriegsgefangenenlager in Mauthausen war im Gegensatz zum Konzentrationslager ein Gefangenen- und kein Vernichtungslager“, erklärte Ernst Gusenbauer den 35 Teilnehmern der Themenführung einen wichtigen Unterschied. Das Lager wurde am 10. November 1914 aktiviert, die ersten Gefangenen waren 3.000 Serben aus Poszony. Der Barackenbau auf den Zirkinger Feldern hatte bereits am 23. September 1914 begonnen. Nach Fertigstellung gab es im Lager 500 Baracken für bis zu 50.000 Gefangene. Bereits Ende Dezember 1914 brachen dort unzählige Infektionskrankheiten aus.

Arzt fiel Seuche zum Opfer

Einblick in die tatsächlichen Zustände abseits offizieller Stellungnahmen geben persönliche Briefe des K.K. Assistenzarztes Friedrich Koch. Dieser war zu Jahresbeginn 1915 an Fleck-typhus erkrankt und als er wenig später im Alter von 41 Jahren starb, erregte dies die Aufmerksamkeit der Medien. Zum einen war das Opfer ein Mediziner aus dem Lager, zum anderen war Koch auch ein weithin bekanntes Gemeindeoberhaupt.

Berichte von 12.000 Toten

Auch der beliebte Linzer Bischof Rudolf Hittmair besuchte das Lager, wo er sich trotz enormer hygienischer Sicherheitsmaßnahmen mit Flecktyphus ansteckte und am 5. März 1915 verstarb. Der K.K. Gendarmerieposten Mauthausen meldete, dass bis Ende April 1915 über 12.000 Kriegsgefangene an der Seuche verstarben, was aber laut Mauthausen Tourismus aufgrund der Ungenauigkeit der gemeldeten Zahlen bezweifelt werden muss.

Lager wurde aufgelöst

Nach dem Ende der Monarchie und dem politischen Umsturz wurden die Grundstücksflächen wieder den Landwirten als Eigentümer zurückgegeben und schon bald deutete nichts mehr darauf hin, dass hier einmal eines der größten Kriegsgefangenenlager gewesen war. Das im ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Mauthausen weithin sichtbare Mahnmal für den Frieden aus weißem Marmor soll jedoch weiterhin an diese schreckliche Zeit erinnern.


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