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PERG. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März wurde von der Frauenberatung vor dem Rathaus die Frauenfahne gehisst. Sie erinnert daran, dass Chancengleichheit und Gleichberechtigung immer noch nicht erreicht sind und noch viele Hürden genommen werden müssen.

  1 / 3   Die Frauenberatung hisst auch dieses Jahr wieder die Frauenfahne in der Bezirkshaupstadt. (Foto: Glinsner)

Am Mittwoch, 1. März wurde um 11 Uhr die Frauenfahne gehisst. Sie soll auf den Weltfrauentag aufmerksam machen und ein Zeichen setzten. Frauen sollen ihr Leben selbst bestimmt leben und ihre eigenen Entscheidungen treffen können.

Stark machen - seit über 100 Jahren

Heuer wurden „Brot und Rosen“ verteilt und damit an ein Lied im Streik der Textilarbeiterinnen in den USA 1912 erinnert. Schon damals kämpften sie für gerechtere Löhne (Brot), gegen Kinderarbeit und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen (Rosen).

Auch heute gilt es, sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen stark zu machen. „Frauen sollen sich für ihre Interessen einsetzten, stark machen und sich einmischen“, ermutigt Vorstandsvorsitzende Gertraud Jahn.

Frauen leisten mehr Care Arbeit

Der 1. März bot sich für die Botschaft der Frauenfahne an, denn er ist „Equal Care Day“ und möchte auf die unfaire Verteilung von Führsorgearbeit hinweisen. Mit Stand 2019 leisten Frauen viereinhalb Stunden unbezahlte Arbeit mehr, die spätestens bei der Auszahlung der Pension sichtbar wird. Mehr als zwei Drittel der Armmutsbetroffenen über 65 ist weiblich.

Teilzeit im Fokus

Die Mitglieder der Frauenberatung sprechen dieses Jahr vor allem das Thema Teilzeitarbeit an, das momentan in den Fokus rückt. Man diskutiere in der Debatte nur über Erwerbsarbeit und vergesse, dass Frauen oft nicht die Chance haben zwischen Voll- oder Teilzeitanstellung zu wählen, da unter anderem das Angebot zur Kinderbetreuung unzureichend ist. Gerade am Land müssten die Frauen vieles auffangen, das vom Sozialstaat nicht geleistet wird.

Rahmenbedingungen schaffen

57% der Frauen arbeiten derzeit in Teilzeit. Bei den Männern sind es 9%. Man müsse die Voraussetzungen dazu schaffen, wenn man Frauen aus der Teilzeit- in die Vollzeitarbeit holen wolle, so die Frauenberatung. Zu oft werde das Thema personalisiert, es ist aber ein strukturelles Problem.

Dazu fordert sie einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz, eine Arbeitszeitverkürzung und die 30 Stunden Woche, um eine Umverteilung der Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern möglich zu machen. Vor allem wird eine Aufwertung der schlecht bezahlten frauenspezifischen Branchen, wie Handel oder Betreuung, als existenzsichernde Maßnahme gefordert.

Gewalt in Beziehungen

Existenzängste Armut und Abhängigkeit sind auch Gründe für das Verharren in Gewaltbeziehungen, da fehlende Perspektiven schlimmer scheinen als Gewalt in den eigenen vier Wänden. 

Das Thema Gewalt in Beziehungen greift eine weitere Aktion der Frauenberatung auf: STOP - Stadtteile ohne Partnergewalt. Als öffentliches Zeichen wurden und werden im Bezirk bemalte Parkbänke aufgestellt.

Am Mittwoch, 8. März wird es dazu eine Verteilaktion beim Interspar in Perg geben.


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