MS-Clubs gedachten Opfer der Nazi-Gräuel in Gusen
BEZIRKE PERG/FREISTADT. Die MS-Clubs Perg und Freistadt gedachten der Opfer des Nationalsozialismus. Zum Tag der Befreiung am 5. Mai 1945 besichtigten die an Multipler Sklerose erkrankten Mitglieder den „Bergkristallstollen“ in St. Georgen an der Gusen, der einst zum KZ Gusen gehörte.

Das Lager Gusen war zwar „nur“ ein Nebenlager des Konzentrationslagers in Mauthausen, galt aber als Todeslager. 35.000 Kriegsgefangene aus Polen, Spanien, Ungarn, Jugoslawien, Italien, Frankreich und der Sowjetunion kamen hier grausam zu Tode. Viele starben an Mangelernährung, Durchfall oder Krankheiten wie Typus oder Tuberkulose. Etliche Gefangene kamen auf der Fahrt im Lkw durch Kohlenmonoxidvergiftungen um, andere wurden in Mauthausen vergast. Den Leuten war es verboten, ihre Essensschüsseln abzuwaschen. Sie mussten sie auslecken und ihren Mitgefangenen weiterreichen. Damit war Ansteckungen Tür und Tor geöffnet!“, erzählte eine einheimische Gästebetreuerin den Mitgliedern der MS-Clubs bei einer Führung.
Riesige unterirdische Produktionsflächen
Besonders im Stollen „Bergkristall“, der nur an wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wird das Ausmaß nationalsozialistischer Brutalität und Gigantomanie erkennbar. In den Stollenanlagen, die von den Gefangenen ohne Schutzkleidung mit Presslufthammern und Schaufeln errichtet wurden, konnte ein ganzer Güterzug einfahren. Die unterirdischen Produktionsflächen für die Rüstungsindustrie umfassten rund 50.000 Quadratmeter.


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