Schwertberger Alfred Hrusca erhielt hohe afrikanische Auszeichnung
SCHWERTBERG. Der Verein Help-Trans-Fair betreibt seit mehr als vier Jahren in Nigeria ein Landwirtschaftsprojekt, das der ansässigen Bevölkerung Arbeit gibt und sie mit gesunden Lebensmitteln versorgt. Nun wurde Obmann Alfred Hrusca im afrikanischen Ort Udi für sein Engagement geehrt und mit dem Titel „Bruder in der Ferne“ ausgezeichnet. Diese große Ehre wurde erstmals einem „Ausländer“ zuteil.

Rund um den Jahreswechsel verbrachten Alfred Hrusca, Pfarrer Leonard Ozougwu sowie die Schwestern Amata und Annika Eder zwei Wochen lang auf eigene Kosten in Udi (Region Enugu), um sich ein Bild von den Fortschritten auf der Mary Agro Farm zu machen. Die Farm war mit Spenden aus dem Mühlviertel gegründet worden (Tips berichtete).
Gleich an den ersten Tagen des von der örtlichen Bevölkerung mit Freude erwarteten Besuches wurden von emsigen afrikanischen Schneiderinnen die Maße der Mühlviertler genommen. „Ich hab mich ehrlich gesagt noch gefragt, wozu das gut ist. Alle taten sehr geheimnisvoll. Ich ließ mich aber mit Vorfreude darauf ein“, erinnert sich Alfred Hrusca mit einem Lächeln zurück. Die Auflösung des Rätsels sollte erst gegen Ende der Reise erfolgen: Für die Delegation aus dem Bezirk Perg war eigens ein farbenfrohes, afrikanisches Festtagsgewand genäht worden.
Bevölkerung wollte große Dankbarkeit ausdrücken
Der Grund: Alfred Hrusca erhielt im Zuge einer feierlichen Zeremonie, bei der Menschen aus der ganzen Region auf den Beinen waren, eine Auszeichnung, die bis dato noch niemandem in Udi verliehen worden war: „Bruder in der Ferne“ (auf Nigerianisch: NWANNE DI NA MBA) lautete der Titel, mit dem der örtliche König (vergleichbar mit einem hiesigen Bezirkshauptmann) und die versammelten Ortsoberhäupter den 77-jährigen Schwertberger auszeichneten. Eingeweiht in die Überraschungsfeier war lediglich Pfarrer Leonard Ozougwu.
„Bewegen kann man nur gemeinsam etwas“
„Die Bevölkerung von Udi wollte auf diesem Weg ihre große Dankbarkeit und Verbundenheit mit den Menschen aus dem Mühlviertel ausdrücken, die das Landwirtschaftsprojekt auf der Mary Agro Farm möglich gemacht haben“, sagt Schwertbergs Pfarrer, der in Enugu aufwuchs und gemeinsam mit Alfred Hrusca den Verein Help-Trans-Fair vor über vier Jahren hochgezogen hatte. Alfred Hrusca gab die Ehre in seiner Ansprache sichtlich ergriffen sogleich an seine Vereins-Kollegen weiter: „Bewegen kann man nur gemeinsam etwas. Der Dank gebührt nicht mir allein, sondern jedem, der sich für dieses Projekt engagiert hat.“
Tatsächlich hat der Verein Help-Trans-Fair seit seiner Gründung in Afrika enorm viel umgesetzt. Dank vieler Unterstützer wurden mehrere Hühner- und Schweineställe, über 20 Fischteiche, eine Mühle sowie ein modernes Schulungs- und Weiterbildungszentrum aufgebaut.
Ausweitung der Farm: 500 Hektar mehr Fläche
Welch bedeutenden Stellenwert die Farm in der Region hat und wie groß die weiteren Erwartungen in dieses Projekt sind, zeigte sich auch darin, dass die Landesregierung von Enugu 500 Hektar Grund zur Verfügung gestellt hat, damit die Farm weiter ausgebaut werden kann. Mitte Jänner fand die Spatenstichfeier statt, die von regionalen Medien live übertragen wurde.
Zu diesem Zeitpunkt waren Alfred Hrusca und seine Mitreisenden schon längst wieder in Schwertberg und ließen die Eindrücke der Reise nachwirken. Als nunmehriger „Bruder in der Ferne“ hat sich seine Verbindung zu den Menschen in Afrika aber deutlich intensiviert. „Wenn man mit eigenen Augen miterlebt, wie viel so ein Projekt bewirken kann, weiß man, dass jede Stunde an Arbeit und jeder Cent hier gut investiert ist“, so Hrusca.


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