Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

SP-EU-Abgeordneter für mehr Kultursubventionen aus Brüsseler Fördertöpfen

Leserartikel Gerlinde Riegler-Aspelmayr, 06.04.2024 08:48

GREIN/BEZIRK PERG. Eine Lanze für die verstärkte Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum brach der EU-Parlamentsabgeordnete Hannes Heide (SP) bei einer Tour durch den Bezirk Perg. Viel zu oft würden EU-Regionalförderungen an Unternehmen ausbezahlt werden, anstatt kulturelle Projekte damit zu forcieren und umzusetzen. Der Ball liege hier aber nicht bei der EU, sondern den Ländern, so Heide bei einer Pressekonferenz in Grein.

V. l.: Hannes Heide, Sabine Schatz, Erich Wahl (Foto: Gerlinde Riegler-Aspelmayr)
  1 / 2   V. l.: Hannes Heide, Sabine Schatz, Erich Wahl (Foto: Gerlinde Riegler-Aspelmayr)

Nicht umsonst war Grein als Standort für die Pressekonferenz ausgewählt worden. Das Theater im pittoresken Städtchen an der Donau ist das älteste Österreichs. Bei Heides Bezirkstour stand nicht nur ein Rundgang in jener historischen Kulturstätte, sondern auch eine Besichtigung der Galerie im Gemeindeamt Langenstein sowie ein Besuch des neuen Ateliers von Künstler Markus Waltenberger im Meierhof des Schlosses Schwertberg auf dem Programm.

Vereinfachter Zugang zu Fördermitteln

„Bei Kultur wird oft als Erstes der Sparstift angesetzt, dabei ist gerade sie der Schlüssel für eine starke Entwicklung von Städten, Gemeinden und Regionen. Sie trägt wesentlich zur Wertschöpfung von Regionen bei“, so Heide. Zwar habe man im EU-Parlament erreichen können, dass das Kulturförderprogramm „Creative Europe“ im Zeitraum 2021-2027 deutlich auf 2,5 Milliarden Euro erhöht werden konnte, der Zugang zu diesen Fördermitteln müsse aber vereinfacht werden, sagte der EU-Abgeordnete.

Hohe Wirtschaftsförderungen

Auch im Fonds für regionale Entwicklung stünde Geld bereit, das für Kulturprogramme im ländlichen Raum verwendet werden könnte. „Das geschieht aber viel zu wenig, stattdessen werden diese Gelder großteils als Wirtschaftsförderung an Unternehmen ausbezahlt“, bemängelte Heide.

Die Verantwortung dafür würden jedoch nicht die Bürokratinnen und Bürokraten im fernen Brüssel tragen. Heide: „Die Vergabe erfolgt in den Mitgliedsstaaten, also im Fall Österreichs in den Bundesländern.“ Konkret in Oberösterreich sei die Förderung der Wirtschaft anstelle der Kultur aus Töpfen der EU auffällig. „Vorarlberg holt sich hier vergleichsweise viel mehr an Kultursubventionen ab“, so der sozialdemokratische EU-Parlamentsabgeordnete.

Schatz: Kulturelles Leben für Zusammenhalt am Land essentiell

Ins selbe Horn stieß auch SP-Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz, die Heide gemeinsam mit dem SP-Landtagsabgeordneten und Kultursprecher Erich Wahl bei dessen Bezirkstour begleitet hatte: Kultur dürfe nicht das Sahnehäubchen sein, das man sich gönne oder eben nicht. Gerade im ländlichen Raum sei ein reges kulturelles Leben essentiell für gut funktionierende Dorfgemeinschaften und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Besonders Abgangsgemeinden seien hier gefährdet. So sei etwa im Vorjahr fraglich gewesen, ob der beliebte Rieder Weihnachtsmarkt überhaupt stattfinden könne oder nicht.

Schatz sprach sich auch für eine grundsätzliche Vereinfachung bei der Beantragung der EU-Gelder aus. „Es kann nicht sein, dass hier Kunst- und Kulturschaffende, kulturelle Institutionen oder Vereine an bürokratischen Hürden scheitern beziehungsweise sie deswegen erst gar keinen Antrag stellen“, so die Nationalratsabgeordnete aus Ried/Riedmark.

Wahl: Faire Bezahlung für Künstlerinnen und Künstler

SP-Landeskultursprecher Erich Wahl betonte die große gesellschaftspolitische Bedeutung eines leistbaren kulturellen Angebotes in peripheren Regionen: Vor allem Kinder, ältere oder sozial schwache Menschen dürften von Kulturveranstaltungen nicht ausgeschlossen werden. Ebenso wichtig sei eine faire Bezahlung für die Künstlerinnen und Künstler, so Wahl.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden