Schüler der Mittelschule Naarn erleben Demokratie hautnah
NAARN. Den Schülern eine Stimme geben: Das steht an der Mittelschule Naarn im Schuljahr 2025/26 ganz hoch im Kurs. Julia Haslinger, Deutschkoordinatorin und Lehrerin im Fach Geschichte und politische Bildung an der Mittelschule Naarn, führte das sogenannte Schülerparlament bereits im Schuljahr 2024/25 an der Schule ein und begleitet nach dem Pilotjahr mittlerweile erfolgreich den zweiten Durchgang dieses Projekts. Unterstützt wird die Initiative von Lehrerin Nina Kastner.

Anna Lettner, Direktorin der Mittelschule Naarn, betont die wichtige Rolle des Schülerparlaments als Bindeglied zwischen Schülern, Lehrkräften und Direktion und begrüßte die Einführung sehr.
Im Zuge des Schülerparlaments treffen sich die Klassensprecher und deren Stellvertreter regelmäßig zu Sitzungen und besprechen Allfälliges. Darüber hinaus überlegt man sich, wie der Schulalltag möglichst attraktiv für alle Beteiligten gestaltet werden kann. So kam es dazu, dass verschiedene Aktivitäten eingeführt wurden und die Stimme der Schüler an der Mittelschule Naarn gehört wird.
Raum für Mitsprache und Mitgestaltung
Buchupcycling, Themendekoration im gesamten Schulgebäude, eine kindgerechte Weihnachtsfeier in der Aula oder der Besuch im Gemeindeamt zeigten eindrucksvoll, wie junge Menschen bereits früh an demokratische Prozesse herangeführt werden können und wie wichtig es ist, ihnen Raum für Mitsprache und Mitgestaltung zu geben.
Austausch zwischen Schule und Gemeinde
Besonders in Erinnerung geblieben ist der Besuch am Gemeindeamt in Naarn. Gemeinsam mit den Klassensprechern und deren Stellvertretern stand der Austausch zwischen Schule und Schulerhalter im Mittelpunkt. Die Schüler erhielten die Möglichkeit, ihre Wünsche, Anliegen und Ideen direkt einzubringen sowie die unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen innerhalb der Gemeindeverwaltung kennenzulernen.
Ein besonderer Programmpunkt war das Miterleben einer formellen Sitzung im öffentlichen Bereich. Die Jugendlichen konnten dabei hautnah erfahren, wie demokratische Entscheidungsprozesse ablaufen, welche Regeln und Abläufe eingehalten werden müssen und wie Beschlüsse vorbereitet und umgesetzt werden. Dadurch wurde Demokratie nicht nur theoretisch im Unterricht vermittelt, sondern unmittelbar erlebbar gemacht.
Großes Interesse
Bürgermeister Martin Gaisberger, und Vertreter der Gemeinde nahmen sich Zeit für die Fragen der Schüler und erklärten ihre Aufgaben- und Verantwortungsbereiche. Die Jugendlichen zeigten großes Interesse an kommunalpolitischen Themen und nutzten die Gelegenheit, ihre Sichtweisen und Anliegen einzubringen.
So konnten die Kinder Demokratie im Schulwesen nicht nur kennenlernen, sondern durch ihre Tätigkeiten im Schülerparlament auch aktiv mitgestalten und ausüben.
„Wichtiger Schritt vor dem ersten Kreuzchen“
Die Teilnahme am Schülerparlament stärkt Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, sich für die Schulgemeinschaft einzusetzen. Gleichzeitig hebt sie hervor, wie bedeutend Mitbestimmung und gelebte Demokratie für ein positives Schulklima und eine starke Schulgemeinschaft sind, welches an der Mittelschule Naarn nicht nur am Papier gelebt wird.
,,Kindern zuzuhören, sie zu verstehen, zu begleiten und ihnen beim Wachsen zuzusehen, das sind die Gründe, warum ich Lehrerin geworden bin“, betont Julia Haslinger. „Das Schülerparlament ist ein wichtiger Schritt, um Demokratie zu verstehen, bevor man bei der ersten Wahl das Kreuzchen setzt. Es in diesem Ausmaß zu leiten, erfüllt mich mit Stolz. Wenn ich sehe, wie die Kinder über sich hinauswachsen und sich in jeglichen Kompetenzen verbessern, dann bin ich sicher, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe.”


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