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BEZIRK PERG. Nicht nur auf Landes-, sondern auch auf Bezirksebene brachte der Wahlsonntag gravierende Veränderungen in der politischen Landschaft.Schmerzhafte Verluste mussten vor allem die Sozialdemokraten hinnehmen, so fielen drei rote Bürgermeistersessel in „schwarze Hände“ – weitere könnten am 11. Oktober folgen.

Die ÖVP stellt in der neuen Periode in 18 von 26 Perger Gemeinden den Bürgermeister. In vier Orten ist das Rennen um Platz eins noch offen.

 Nur in den vier westlichen Gemeinden Luftenberg (Hilde Prandner), St. Georgen (Erich Wahl), Langenstein (Christian Aufreiter) und Ried/Riedmark (Ernst Rabl) sind die roten Bürgermeister fest im Sattel. In den Gemeinden Mauthausen, Naarn und St. Georgen am Walde heißt es für die SPÖ zittern. Während in Naarn ein enges Rennen zwischen Rupert Wahlmüllers Nachfolgerin Annemarie Auer (SPÖ) und Martin Gaisberger (ÖVP) vorhersehbar war, kam es für viele überraschend, dass der Wahlkampf für Thomas Punkenhofer in die Verlängerung geht. 

Stichwahlen auch in Mauthausen & St. Georgen/W.

Mit 47,92 Prozent der Stimmen schrammte der Mauthausener SPÖ-Ortschef äußerst knapp an einer Wiederwahl im ersten Wahlgang vorbei. Das Rennen um den Bürgermeistersessel geht somit in die Verlängerung und wird am 11. Oktober in der Stichwahl mit Barbara Marksteiner (ÖVP) entschieden. Die ÖVP-Bürgermeisterkandidatin konnte 22,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.  In St. Georgen am Walde sorgte Neueinsteiger Franz Hochstöger für eine Riesensensation. Der Zivilgeometer, der mit einer Ein-Personen-Liste zur Wahl angetreten war, brachte es auf 35,13 Prozent der Stimmen. Nun kommt es zum direkten Duell mit Ortschef Leopold Buchberger (SPÖ), der 31,65 Prozent der Stimmen erreichte. ÖVP-Kandidat Andreas Payreder (29,39 Prozent) ist vorzeitig aus dem Rennen. Dass die SPÖ, die zuvor zehn der 26 Bürgermeistersessel besetzte, diese Zahl nicht mehr erreichen wird, ist nach den Niederlagen in drei Gemeinden fix. Einen Vorsprung hat auf jeden Fall Hochstöger. Nun darf man gespannt sein, wen die ÖVP-Wähler unterstützen.

Oberleitner-Triumph in roter Bastion Schwertberg

Für eine der größten Überraschungen sorgte Max Oberleitner in Schwertberg. Er wurde von den Schwertbergern mit 54,56 Prozent zum neuen Ortschef gewählt. Damit ist er der erste schwarze Bürgermeister in der Industriegemeinde. SPÖ-Konkurrent Manfred Astleitner brachte es auf 41,56 Prozent der Stimmen. Mit einem Sieg beim ersten Wahldurchgang für Oberleitner hat sogar Oberleitner selbst nicht sicher gerechnet. „Durch die vielen Hausbesuche, die ich gemacht habe, habe ich schon gesehen, dass das was bringt und dass mir das auch liegt. Ich habe die Wellenlänge der Schwertberger anscheinend gut erwischt. Zum Schluss ist die SPÖ aber auch sehr aktiv geworden, dann war ich mir nicht mehr so sicher, ob es sich ausgeht“, verriet Oberleitner nach dem Wahlsieg am Sonntagabend.

 

„Schwarze Wende“ auch in der Donaustadt

Mit Grein ging auch eine zweite „rote Hochburg“ verloren. Rainer Barth feiert mit der ÖVP einen fulminanten Wahlsieg und schafft mit 54,51 Prozent der Stimmen auf Anhieb den Sprung auf den Bürgermeistersessel. Der bisherige SPÖ-Ortschef Manfred Michlmayr verlor gegenüber dem letzten Urnenganges 32,73 Prozent und konnte nur mehr 34,73 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. FPÖ-Kandidat Rupert Lehner brachte es auf 10,77 Prozent. In Mitterkirchen war Anton Aichingers Nachfolger Franz Raab (SPÖ) gegen den ÖVP-Herausforderer chancenlos. Herbert Froschauer setzte sich mit über 75 Prozent der Stimmen haushoch durch.

Freiheitliche stellen keinen Bürgermeister mehr

Hochspannung herrschte vor dem Urnengang in der Gemeinde Saxen, wo sowohl Rosa Ecker,der Nachfolgerin von Langzeitbürgermeister Ernst Haslinger (FPÖ) als auch Hubert Schlager (ÖVP) und Erwin Neubauer (SPÖ) Chancen auf den Bürgermeistersessel eingeräumt wurden. Vor allem Polit-Quereinsteiger Hubert Schlager konnte bei der Saxener Bevölkerung punkten und schaffte es auf 44,24 Prozent. Dem Unternehmer wird SPÖ-Kandidat Erwin Neubauer (32,71 Prozent) in die Stichwahl folgen.

ÖVP stellt in 18 von 26 Gemeinden fix den Bürgermeister 

Ingesamt stellt die ÖVP nun bereits fix 18 Bürgermeister. In Naarn und Saxen rechnet man sich auch noch Chancen aus. „Es haben sich große Sensationen ergeben: Die Greiner haben genug von den Streitereien. Rainer Barth wird offene Gräben zuschütten und Grein wieder eine Perspektive geben. Mit Mitterkirchen habe ich eigentlich schon fix gerechnet. Schwertberg ist für mich die Weltüberraschung. Vor 15 Jahren war die Gemeinde noch tiefrot. Die SPÖ hat dort Fehler gemacht in der Personalauswahl, das hat zu einem Stillstand geführt. Während Gaßner und Gusenbauer-Jäger ihren Mittelpunkt in Wien gesehen haben, wird Max Oberleitner seine gesamte Kraft für Schwertberg einsetzen“, zieht Bezirksparteiobmann Franz Hiesl ein Resumee. Die SPÖ konnte bis jetzt nur vier Bürgermeister halten. In Mauthausen stehen die Vorzeichen auf Punkenhofer. In Naarn, St. Georgen am Walde und Saxen kann noch gehofft werden. 


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