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PERG. Der 24-jährige JVP-Bezirksobmann Fabio König wurde in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig zum neuen Obmann der VP-Fraktion der Stadt Perg gewählt. Tips bat den nunmehr jüngsten Fraktionsobmann des Bezirkes zum Gespräch.

Fabio König trat die Nachfolge von Franz Schützeneder an.
Fabio König trat die Nachfolge von Franz Schützeneder an.

Tips: Jugendlichen wird oftmals eine gewisse Politikverdrossenheit attestiert. Du bist da ein positives Gegenbeispiel. Wie kam es dazu, dass du dich aktiv am politischen Geschehen beteiligst?

König: Ich bin seit Jahren in der Jungen ÖVP in Perg aktiv und da bekommt man schon einiges mit. Der Meinung, dass die Jugendlichen politikverdrossen sind, bin ich allerdings nicht. Durch die leichte Informationsbeschaffung über Facebook & Co kommt Politik jetzt erst recht bei den Jugendlichen an. Vor allem in Perg wurde uns Jungen schon bald Verantwortung übertragen und wir konnten mitreden und viel lernen, das ist nicht selbstverständlich. 2015 zog ich dann in den Gemeinderat ein und konnte mich aktiv in der Gemeinde beteiligen, das hat Spaß gemacht. Ich sehe es als Hobby, das ich gerne mache.

Tips: In Bezug auf politisches Engagement heißt es nicht nur bei Jugendlichen oft: „Das lass ich, denn da kann ich eh nichts bewirken“. Wie ist es dir bisher gegangen, welche Ideen konntest du bereits einbringen bzw. auch umsetzen?

König: Je weiter die politische Ebene vom Menschen entfernt ist, desto schwieriger ist es, Vorgänge zu verstehen und deren Konsequenzen wahrzunehmen. Das ist der Grund, warum es mir im Gemeinderat so gut gefällt. Die Themen sind spürbar und haben direkte Auswirkungen auf die Perger. In der Politik musst du Themen für alle lösen, nicht nur für den Einzelnen, den Lautesten oder auf Kosten der nächsten Generation. Das kann auch ein Grund sein, warum dieses Gefühl auftritt. Ich war von Beginn an optimistisch, Dinge umzusetzen und bin einem Motto treu geblieben: Wünschen – Planen – Machen. Schade finde ich, dass viele bei Wünschen aufhören und vergessen, dass sie selbst in der Verantwortung stehen, Dinge in Bewegung zu bringen. Wir haben das Studententicket in Perg eingeführt, das Studenten ermöglicht, den Hauptwohnsitz in Perg zu belassen, ohne finanzielle Einbußen für das Öffi-Ticket vor Ort zu haben. Ebenso startete das öffentliche WLAN am Hauptplatz, welches nun schrittweise Richtung Herrenstraße ausgebaut wird. WLAN am Stadtplatz ist inzwischen state of the art und darf alleine wegen dem Tourismus nicht fehlen. Derzeit arbeiten wir an der Stadt-Umland-Kooperation mit anderen Gemeinden, um das Alltagsradfahren nach Perg zu verbessern.

Tips: Welche Themen für die Stadt Perg sind dir persönlich ein großes Anliegen?

König: Derzeit gibt es zwei große Themen, die auf Perg zukommen. Thema Nr. 1 ist ganz klar das Wohnen und alle dazugehörigen Infrastrukturmaßnahmen. Perg wächst ständig und es fehlen vor allem Klein- und Starterwohnungen. Immer mehr Menschen suchen Single-Wohnungen oder Baugründe. Vor allem alte Wohnblöcke sind im Verhältnis teuer und bieten keine zeitgerechete Ausstattung. Hier gilt es, Wohnungsbau soweit uns möglich in diese Richtung zu lenken und innovative Ideen auf die wir Einfluss haben zu unterstützen. Vorstellbar wären Mietmodelle für teure Anschaffungen wie Küche oder Elektrogeräte. Damit Hand in Hand geht das zweite Thema, der Mensch. Perg ist keine kleine Gemeinde mehr, in der sich jeder kennt. Wir sind am Weg zu einer Stadt mit 10.000 Einwohnern. Dabei ist es umso wichtiger, dass wir es schaffen, die „neuen“ Perger auch am Leben in Perg teilhaben zu lassen. Die Menschen müssen wissen, welche breite Palette an Aktivitäten wir in Perg zu bieten haben und mitmachen. Wir leben von unseren Vereinen und den ehrenamtlichen Veranstaltungen, sei es in der Freiwilligen Feuerwehr, im Musikverein oder beim Sportverein. Dies ist sicher die schwierigste Herausforderung, die nicht mit einer Maßnahme gelöst wird, sondern die nächsten Jahre immer mitgedacht werden muss.

Tips: Du übst deine politischen Ämter neben deinem Studium aus. Kannst du dir vorstellen, später auch einmal als Berufspolitiker tätig zu sein?

König: Wie schon gesagt, ich sehe es als Hobby, das ich gerne mache. Es macht mir Spaß und es ist für mich eine Herausforderung. Derzeit kann ich mir gut vorstellen, in meinem Leben für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren hauptsächlich in der Politik zu arbeiten. Ich halte jedoch nichts von Berufspolitikern, die ihr Leben lang am selben Posten sitzen. Es ist immer mal wieder Zeit, sich neue Herausforderungen im Leben zu suchen.

Tips: Gibt es Vorbilder im Bereich der Politik?

König: Ich habe viele Vorbilder in der Politik, vor allem lokale Politiker. Derzeit ist aber Sebastian Kurz mit seiner Durchsetzungsfähigkeit bewundernswert. Er spricht Themen an und sagt auch, was nicht geht. Für ihn und die ÖVP auf Bundesebene ist es Zeit für Neues. Für mich ist es Zeit für Perg.


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