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Leserartikel Eva Lindtner, 08.08.2019 07:30

BEZIRK PERG. Die Gesellschaft altert, weshalb auch das Thema der Pflege immer bedeutender wird. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Oberösterreich steigt von 2012 bis 2040 um rund 65 Prozent an. Im Bezirk Perg ist diese Entwicklung noch deutlich dramatischer. Die Anzahl der pflegebedürftigen Personen wird von 3.800 im Jahr 2020 auf 5.800 bis 2040 steigen. Der Pensionistenverband Perg fordert daher einen raschen Ausbau alternativer Wohnformen im Bezirk.

Die Nachfrage nach Pflegeplätzen und -personal wird immer größer. Foto: Mandy Godbehear/shutterstock.com

Alternative Wohnformen sind ein Angebot für Seniorinnen und Senioren, die zuhause über mobile Dienste nicht mehr ausreichend versorgt werden können, aufgrund einer zu niedrigen Pflegestufe aber noch keinen Anspruch auf einen Pflegeplatz haben. Sie bieten den Menschen die Möglichkeit, in barrierefreien Wohnungen so lange wie möglich autonom leben zu können und gleichzeitig in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu sein.

Der Ausbau dieser alternativen Wohnformen soll vor allem bedarfsorientiert passieren und sich nicht an politischen Machtverhältnissen ausrichten. Im Westen des Bezirks sind die Pflegebetten voll, während im Osten 88 Betten leer stehen, weil es an Personal fehlt. Die Personalsituation im Pflegebereich ist ein weiterer Aspekt, bei dem starker Handlungsbedarf besteht. Die Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal müssen verbessert werden, um auch mehr Menschen für eine Ausbildung in diesem Bereich zu motivieren. Denn auch die Nachfrage nach Kurzzeitpflege- und Tagesbetreuungsplätzen wird immer größer.

Servicestelle soll Hilfe bieten

Ebenfalls setzt sich der Pensionistenverband für die Einrichtung einer Pflegeservicestelle ein, die nicht nur Informationen bereitstellt, sondern Seniorinnen und Senioren durchgängig begleitet und unterstützt. Hauptsächlich für jene, die keine Angehörigen im direkten Umfeld haben, soll diese Servicestelle eine Erleichterung darstellen.

Um den Bedarf an Pflegeplätzen und Personal decken zu können fordert der Pensionistenverband eine staatliche Finanzierung. Der Ausbau des Pflegesystems ist nicht nur eine sozialwirtschaftliche Notwendigkeit, sondern stellt auch eine angebrachte Wertschätzung der älteren Generation dar. Es ist wichtig, den Menschen die Sicherheit zu geben, dass professionelle Unterstützung verfügbar ist, wenn sie diese benötigen.


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