Landwirtschaftsminister stärkt Biobauern den Rücken
RIED/RIEDMARK. Den hohen Stellenwert der Biolandwirtschaft hob Minister Norbert Totschnig bei einem Betriebsbesuch im Bezirk Perg hervor.

Johann Schwarz aus Ried in der Riedmark ist Biobauer aus Leidenschaft. „Als wir vor vielen Jahren auf Bio umgestiegen sind, hat sich das von Anfang an richtig angefühlt“, erinnert er sich. Heute fragt sich der Landwirt, warum er diesen Schritt nicht schon früher gemacht hat: „Wir haben schließlich nur einen Planeten zur Verfügung. Doch manche leben, als gäbe es weitere Welten, auf die wir übersiedeln könnten, wenn wir unsere Erde zerstört haben.“
Am Mittwoch hatte Johann Schwarz einen prominenten Gast an seinem Tisch sitzen, der ihm aufmerksam zuhörte. Niemand Geringerer als Landwirtschaftsminister Totschnig besuchte seinen Hof. Dieser brach vor den ebenfalls zahlreich gekommenen Branchenvertretern einmal mehr eine Lanze für die Biolandwirtschaft: „Österreich ist Bioland Nummer eins in Europa und das soll auch so bleiben!“ Derzeit werden 22 Prozent der Betriebe in Österreich biologisch geführt. Bis 2027 solle dieser Wert auf 30 Prozent gesteigert werden, kündigte der Minister an. Dafür stehen jährliche Unterstützungsmaßnahmen im Ausmaß von 550 Millionen Euro zur Verfügung.
Geeintes Auftreten aller Bauern gefordert
Vertreten war auch Klaus Bauernfeind, Obmann des Vereins „BioRegion Mühlviertel“. Dieser sprach sich für ein geeintes Auftreten der Landwirte aus: „Wir alle sind EINE Landwirtschaft. Konventionelle Bauern und Biobauern dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Wir alle leisten enorm viel.“
Besonders freute Totschnig, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Umstellungsanträge auf Biolandwirtschaft deutlich angestiegen sei. „Obwohl wir in herausfordernden Zeiten leben, wagten 4214 Landwirte diesen Schritt“, so der Minister. Dies zeige, dass das Vertrauen in die Zukunft nach wie vor hoch sei.
Hoch muss seine Zuversicht auch gewesen sein, als Gastgeber Johann Schwarz vor vielen Jahren auf Bio umstellte. Und dies, obwohl manche im Ort an seinen Erfolgsaussichten gezweifelt hatten. „Was tust du, wenn nix mehr wächst, wenn du jetzt keinen Kunstdünger mehr ausbringst?“, habe ihn einmal ein anderer Bauer gefragt. Die Natur selbst habe allen Skeptikern die Antwort gegeben, so der Biolandwirt heute zufrieden.
Ministerieller Besuch im Rieder Regionalladen „Marktplatzl“
Bevor er die Rückfahrt nach Wien antrat, machte Minister Totschnig noch im Rieder Regionalladen „Marktplatzl“ Station. Dort zeigte er sich begeistert vom innovativen Konzept des Geschäftes. Nach Einführung in das vollautomatische Kassensystem deckte sich der Spitzenpolitiker noch mit frischem Bauernbrot für die Jause ein. Denn das gibt es in der Bundeshauptstadt ja nicht gerade an jeder Ecke zu kaufen.


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