Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

PERG. Jedes Jahr wird am 8. März der internationale Frauentag gefeiert. An diesem Tag werden die bisherigen Errungenschaften der Frauenbewegung gefeiert und zugleich auf immer noch bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten aufmerksam gemacht werden. In Perg weht eine Fahne für die Frauenanliegen.

Fahnenhissung zum Internationalen Frauentag in Perg (Foto: Frauenberatung Perg)
Fahnenhissung zum Internationalen Frauentag in Perg (Foto: Frauenberatung Perg)

Den bevorstehenden Weltfrauentag haben die Frauenberatung Perg und befreundete Organisationen zum Anlass genommen, um mit einer Fahne vor dem Perger Stadtgemeindeamt auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Bei allen Kennzahlen der Geschlechtergleichstellung schneidet Oberösterreich im Bundesländervergleich schlecht ab. Laut dem Frauenmonitor 2024 der AK OÖ erhalten Männer in OÖ bei Vollzeit um 12.245 Euro mehr im Jahr als Frauen, die durchschnittliche Alterspension von Frauen in OÖ liegt bei 1.307 Euro, jene der Männer bei 2.391 Euro und nur 43,7 Prozent aller erwerbstätigen Frauen haben einen Vollzeitjob, bei Männern sind es 89,1 Prozent.

Unbezahlte Care-Arbeit

„Rund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen arbeitet aktuell in Teilzeit, meist weil sie die essenziellen unbezahlten Sorge-Arbeiten wie Haushalt, Kinder und Pflege übernehmen. Laut Zeitverwendungsstudie 2021/2022 leisten Frauen täglich rund zwei Stunden mehr an unbezahlter Arbeit als Männer. Das ist mit einem hohen Armutsrisiko sowie geringer Bezahlung und Anerkennung verbunden und schlägt sich in deutlich niedrigeren Pensionsleistungen nieder. Die unbezahlte, unsichtbare und essenzielle Care-Arbeit wird bei der Gleichstellungspolitik und als Wirtschaftsfaktor nicht mitgedacht bzw. berücksichtigt“, heißt es von der Frauenberatung Perg. „Viele Frauen arbeiten zudem in schlecht bezahlten Berufen und Branchen und sind häufiger von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen.“

„Frauen stärker durch Teuerung belastet“

„Frauen sind verstärkt von den massiven Preissteigerungen für Wohnen, Lebensmittel und Gesundheit betroffen. Besonders Alleinerziehende, Alleinstehende und Pensionistinnen müssen einen signifikant höheren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen, Energie, Nahrungsmittel sowie Gesundheit aufwenden.“ Immer häufiger suchen Frauen mit existenziellen Sorgen und großer finanzieller Belastung die Frauenberatung auf. Da das Thema Armut ähnlich wie Gewalt sehr schambehaftet ist, sprechen Frauen nicht gerne über die Belastungen. „Finanzielle Abhängigkeit erhöht das Risiko von Gewalt. In der Frauenberatungsstelle Perg können Frauen im geschützten Rahmen über ihre finanziellen Sorgen und den damit verbundenen Folgeerscheinungen wie soziale Ausgrenzung und psychische Belastungen sprechen.“ Frauen werden bei der Beantragung von finanziellen Leistungen sowie bei der Einbringung rechtlicher Forderungen unterstützt. „Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist eine Voraussetzung, um sich aus einer belasteten, krank machenden und /oder von Gewalt betroffener Beziehungssituation zu befreien.“

Lesung „Armut“

Die Frauenberatungsstelle Perg widmet sich dieses Jahr speziell dem Thema Frauenarmut und plant daher eine Veranstaltung am Donnerstag, 3. April, im Haus der Erinnerung, Marcel-Callo Straße 3,4222 St. Georgen/Gusen. Daniela Brodesser („Armut“) wird aus ihrem Buch über ihre eigenen Erlebnisse vortragen und gibt somit Betroffenen eine Stimme. Der gemeinsame Abend soll zum Nachdenken anregen und einen Blick auf gesellschaftliche und strukturelle Missstände werfen, die Frauen in Armut stürzen. Eintritt frei, um Anmeldung unter perg@stop-partnergewalt.at wird gebeten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden