Ineo-Qualitätssiegel-Betrieb Glas Wiesbauer: Wo die Lehrlinge zur Familie gehören
MAUTHAUSEN. Seit 2014 trägt Glas Wiesbauer mit Stolz das Ineo-Qualitätssiegel als Aushängeschild für vorbildliche Lehrlingsausbildung. Heuer wurde der Familienbetrieb, der bald sein 100-jähriges Bestehen feiert, zum vierten Mal rezertifiziert.

Seit 1985 investiert der Mauthausener Traditionsbetrieb viel Zeit und Energie in die Ausbildung von Lehrlingen. „Wir sehen das als wichtige Aufgabe, denn die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen“, sagt Geschäftsführerin Michaela Wiesbauer.
70 Lehrlinge seit 1985 ausgebildet
In diesen 40 Jahren wurden rund 70 Lehrlinge von qualifizierten Gesellen und Meistern ausgebildet. Wiesbauer: „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Lehre maßgeblich gewandelt, denn auch die Handwerksberufe sind im Technologiezeitalter angekommen.“ Fast jeder Arbeitsplatz ist EDV-unterstützt. Naturmaße bei Kunden werden digital abgenommen und verarbeitet. Konstruktionen, Skizzen, Pläne sind nicht mehr rein auf Papier gezeichnet, sondern in 2D- und 3D-Zeichenprogrammen.
„Genau diese Kombination macht Handwerksberufe auch wieder interessanter für Jugendliche“, sagt die Unternehmerin. Diese haben die Möglichkeit, sowohl körperlich zu arbeiten und etwas zu „erschaffen“, als auch kreativ und EDV-gestützt ihr Wissen anzuwenden und umzusetzen.
Drei unterschiedliche Berufsbilder
Glas Wiesbauer ist in der Bearbeitung von Flachglas mithilfe von modernsten Maschinen und CNC-gesteuerten Bearbeitungszentren tätig. Aktuell werden 39 Mitarbeitende und vier Lehrlinge beschäftigt. Stolz ist man darauf, 15 von 39 Fachkräften selbst im Unternehmen ausgebildet zu haben. Ausgebildet wird in den drei unterschiedlichen Berufsbildern Glasbautechniker, Drucktechniker im Schwerpunkt Digitaldruck und Bürokauffrau/-mann.
Jobs nach Lehrabschluss
Da Wiesbauer nicht nur im Montage- und Reparaturbereich tätig ist, sondern auch als Produktionsbetrieb mit einem großen Maschinenpark zur Glasbe- und -verarbeitung, stehen nach dem Lehrabschluss zahlreiche verschiedene Arbeitsplätze zur Verfügung. Schon während der Ausbildung gilt es, die Talente, Fähigkeiten und Vorlieben herauszufinden und nach dem Abschluss bestmöglich einzusetzen.
Ob auf Montage, im vollautomatischen Glaszuschnitt samt Lagerverwaltung, bei einem CNC-gesteuerten Glasbearbeitungszentrum, bei der Veredelung zu Sicherheitsglas, bei der Weiterverarbeitung mittels UV-Verklebung zu Möbelstücken, im Glasdruck oder in der Versandlogistik – mit einer abgeschlossenen Lehre stehen bei Wiesbauer viele Türen offen.
Groß ist die Freude, wenn die Lehrlinge erfolgreich bei schulinternen und nationalen Wettbewerben antreten. Für Erfolge sowie auch erfolgreiche Schulabschlüsse gibt es Prämien.
„Buddy-System“ im Familienbetrieb
Bei Wiesbauer herrscht eine familiäre Atmosphäre. Zu den Bestrebungen, die Lehrlinge bestmöglich in den Familienbetrieb einzugliedern, zählen unter anderem das Herbstfest und das „Buddy-System“, bei dem ein junger Geselle das neue Firmenmitglied an die Hand nimmt und Ansprechpartner für Fragen und Anliegen ist.
Seit drei Jahren wird jährlich in der letzten Schulwoche vor den Semesterferien einen Tag der offenen Tür für Schüler veranstaltet, um das Interesse für einen Handwerksberuf bei den jungen Menschen zu wecken. Dazu werden die 3. Klassen der umliegenden Mittelschulen eingeladen. Das gesamte Werk läuft an diesem Tag auf Schaubetrieb – von der Auftragserfassung über alle einzelnen Produktionsschritte dürfen die Schüler an der Entstehung der Wiesbauer-Produkte teilhaben. Mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk und Imbiss zum Abschluss machen sich die Schüler wieder auf den Heimweg.
Bedeutung regionaler Arbeitsplätze steigt
Für alle Arbeitskräfte – vor allem für Lehrlinge – nimmt ein Arbeitsplatz in der Region einen immer größeren Stellenwert ein. „Gerade bei uns in Mauthausen sehen wir das tägliche Verkehrschaos rund um die Donaubrücke, was Stau und Zeitverlust bedeutet“, sagt Michaela Wiesbauer. „Wer sich schon in der Lehre einen Arbeitsplatz im Bezirk sichert, muss sich in Zukunft nicht über weite Wege ärgern!“ Glas Wiesbauer ist von der nächsten Bushaltestelle und vom Bahnhof in fünf Minuten zu Fuß erreichbar.


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