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PEUERBACH. Das Schreiben ist ihre Leidenschaft, das Lesen ihr liebstes Hobby und die Sprache nutzt sie dazu beides zu verbinden und in Form von Gedichten in die Welt hinauszutragen. Helene Winter aus Peuerbach ist begnadete Gedichteschreiberin und trifft mit ihren lustigen, wahren und auch kritischen Worten oft genau den Nerv der Zeit – immer behutsam darauf bedacht, niemanden zu verletzen. Am 27. November lädt sie zusammen mit dem Stelzhamerbund zur ersten Mundartmesse nach Peuerbach.

Helene Winter liebt es, ihre Gedanken in Gedichte zu verpacken.
Helene Winter liebt es, ihre Gedanken in Gedichte zu verpacken.

Schon als Kind war Helene Winter von Buchstaben und Wörtern fasziniert. Schneller als andere Kinder lernte sie Lesen und Schreiben. Diese Gabe hat sie später zu ihrem liebsten Hobby gemacht. Seit 1975 schreibt die Peuerbacherin Gedichte – für Freunde und Bekannte oder auch für die Gesellschaft. Die Freude, die sie damit den Menschen machen kann, ist für sie das Schönste. „Das ist das größte Geschenk“, meint Helene Winter. „Es ist so schön, zu sehen, wie sich die Leute freuen, wenn sie ein persönliches Geschenk bekommen. Man macht Freude mit nichts, also ohne Materialeinsatz. Man braucht nur ein Blatt Papier“. Die pensionierte Gemeindebeamtin verpackt auch gerne einmal kritische Themen in ein Gedicht. So wurde auch die viel diskutierte Gemeindefusion in Peuerbach von ihr in einem amüsanten sowie kritischen Text präsentiert. Früher schrieb die Peuerbacherin fast ausschließlich hochdeutsch, mit der Zeit verliebte sie sich sprachlich immer mehr in die Mundart und verwendet diese vor allem für lustige Texte. In ihren Gedichten verarbeitet Winter Geschehenes und Erlebtes und nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund. Nur eines ist Helene Winter wichtig: die echten Namen verwendet die leidenschaftliche Gedichteschreiberin fast nie, denn sie möchte niemanden mit ihren Texten beleidigen oder bloß stellen – aber ein bisschen bissig soll“s natürlich schon sein dürfen. Nur die Personen, die beim Erlebten dabei waren, würden sich selbst schon wieder erkennen, meint Winter. Dass sie überhaupt zum Dichten kam, verdankt sie einem ihrer liebsten Hobbys. Dem Lesen. „Ich habe früher, wenn ich ein Buch in die Hände bekam, dieses auf einmal auslesen müssen, saß stundenlang beim Kachelofen, bis dieser kalt war. Ich habe Bücher regelrecht gefressen“, so Winter. Wenn sie mit ihrem Mann zum Fischen fuhr, musste dieser seine Frau immer ermahnen. Aber nicht weil sie pausenlos redete und damit die Fische verscheuchte, sondern weil sie zu sehr in ein Buch versank. „Normalerweise ist es ja umgekehrt“, schmunzelt die Peuerbacherin und meint: „Ich könnte das alles nicht tun, wenn mich mein Mann nicht so unterstützen würde.“ Als nächstes Projekt will Winter ein eigenes Buch mit ihren Gedichten zusammenstellen. „Diesen Gedanken trage ich schon lange mit mir herum“, meint die Peuerbacherin.

„Kimm zur Mundoartmess af Peiwa“

So lautet der Titel der ersten Mundartmesse am „ersten Adventsunda“ in der Peuerbacher Stadtpfarrkirche, bei der auch Helene Winter maßgeblich beteiligt ist. Die vier Organisatoren aus Peuerbach, Silvia Humer, Johann Andorfer, Fritzi Beham sowie Helene Winter, sind allesamt Mitglieder des Oberösterreichischen Stelzhamerbundes und gehören der Mundart Schreibwerkstatt Eferding an. Die Schreibgruppe hat auf Initiative des Stelzhamerbund-Präsidenten Klaus Huber Mitte Oktober bereits eine Mundartmesse in der Pöstlingberg Basilika gestaltet. Zudem fanden durch den Stelzhamerbund schon seit Jahren überregionale Mundartmessen statt. „So ist auch die Idee für eine regionale Messe in Peuerbach entstanden und wir haben gemeinsam mit unserem Pfarrer im Zuge der Vorbereitungen schon damit spekuliert, daraus eine Tradition zu machen. Jetzt wollen wir aber einmal abwarten, ob den Leuten unsere erste Peuerbacher Mundartmesse gefällt“, erklärt Mit­organisatorin Helene Winter. Bei einer Mundartmesse werden die Texte, wie Lesungen, das Evangelium, Zwischentexte und auch die Predigt von Pfarrer Hans Padinger im typisch Hausruckviertler Mundart gesprochen. Lediglich das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und der Wandlungstext erfolgen in der pastoralen Urform. Die musikalische Gestaltung übernehmen örtliche Musik- und Gesangsgruppen in volkstümlicher Art und mit mundartlichen Liedtexten.

Erste Munartmesse in Peuerbach

Sonntag, 27. November, 10 Uhr

Stadtpfarrkirche Peuerbach


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