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PYHRA/ST. PÖLTEN. Da der Harlanderbach in der Vergangenheit bei Starkregen und Hochwässern regelmäßig zu Überflutungen und erheblichen Schäden im St. Pöltner Stadtteil Harland geführt hat, entschloss man sich, ein Hochwasserrückhaltebecken zu errichten. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde gestern mit einem Festakt die Fertigstellung gefeiert.

Taufe des Hochwasserrückhaltebeckens am Harlanderbach. Fotos: Thomas Lettner
  1 / 2   Taufe des Hochwasserrückhaltebeckens am Harlanderbach. Fotos: Thomas Lettner

Das 4,5 Hektar große Rückhaltebecken hat ein nutzbares Volumen von circa 100.000 Kubikmeter. Der Damm ist 220 Meter lang, neun Meter hoch und ruht auf einer massiven Bodenplatte. Für die Schüttung des Damms waren rund 25.000 Kubikmeter Material erforderlich. Schon während der Bauzeit hat das halbfertige Bauwerk bei mehreren Starkregenereignissen Überflutungen in Harland verhindert.

Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro

Für die Errichtung wurden von der Stadt St. Pölten 290.000 Euro aufgewendet. Das Gesamtbauvolumen dieses Vorhabens beträgt 2,6 Millionen Euro, wobei die Stadt St. Pölten und der Traisen-Wasserverband einen Interessentenbeitrag von je 135.200 Euro leisteten. Der Restbetrag wurde durch Bundes- und Landesfördermittel gedeckt, wobei das Land Niederösterreich 1.035.000 Euro und der Bund 1.295.000 Euro zur Verfügung stellen.

Grundzusammenlegung und Flurbereinigung

Als Voraussetzung für die Errichtung des Hochwasserschutzes entlang des Harlanderbachs musste zuerst ein Grundzusammenlegungs- und Flurbereinigungsverfahren in Altmannsdorf-Zuleithen durchgeführt werden. Dieses wurde nach vier Jahren intensiver Bemühungen im Jahr 2016 abgeschlossen. Ziel des Zusammenlegungs- und Flurbereinigungsverfahrens war es, dauerhafte und zeitgemäße Produktionsgrundlagen für die Land- und Forstwirtschaft zu schaffen und zu erhalten.

Auf 5000 Jahr-Hochwasser angelegt

Das neue Rückhaltebecken soll Schutz vor einem 100 Jahr-Hochwasser (HQ100) bieten, ist aber sogar auf ein 5000 Jahr-Hochwasser angelegt. Die Harländer müssen sich also zukünftig keine großen Sorgen mehr machen, wenn sich ein paar graue Wolken am Himmel sammeln. Das sieht auch der Harländer Christian Waka, der bei der Eröffnung anwesend war, so. „Wir haben als Betroffene immer Überschwemmungen gehabt, manchmal sogar mehrmals im Jahr. Wir sind froh, dass die Politik diese Problematik aufgegriffen hat und wir jetzt eine Möglichkeit haben, uns vor dem Hochwasser zu schützen“, sagte er.

Dank an Landwirte

Auch St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) und sein Amtskollege aus Pyhra Günter Schaubach (ÖVP) begrüßen das Bauwerk. „Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität. Mit der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens ist eine wichtige Schutzmaßnahme umgesetzt. Dieses Projekt bringt aber auch mehr Freizeitqualität für die Bevölkerung. Immerhin sind hier sechs Kilometer neue Wege für vielfältige Sportmöglichkeiten entstanden“, sagte Stadler. „Die Bürger am Harlander Bach atmen auf. Dass das Projekt verwirklicht werden konnte, ist auch den 47 Landwirten aus Pyhra zu verdanken. Meinem Vorgänger Werner Schmitzer ist für seinen Einsatz ein großer Dank auszusprechen. Es ist mir eine Freude, jetzt die Lorbeeren zu ernten und das fertige Projekt feiern zu dürfen“, fügte Schaubach hinzu.


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