Lokalgeschichte: Koggendorf und Luden übergaben Dokumente ans Stadtarchiv Raabs
RAABS. Das neu geordnete Stadtarchiv in Raabs hat vor kurzem wieder einige historisch wichtige Unterlagen aus eingemeindeten Dörfern übernehmen können. Bei der großen Gemeindezusammenlegung 1970/1971 wurden ja oft nicht alle alten Unterlagen übergeben, sondern häufig nur die damals aktuellen Protokolle - was man nun nachholen möchte.

Es sind also immer noch viele historische Unterlagen auf so manchen Dachböden zu finden. Die Ortsvorsteher der beiden Dörfer Koggendorf und Luden haben jetzt die alte Gemeindelade mitsamt ihrem Inhalt an das Stadtarchiv Raabs übergeben. Bemerkenswert ist vor allem in Luden eine Pergament-Urkunde aus dem Jahr 1551 mit dem Kaufvertrag für die „Öden Feste Gabern“. Die letzte adelige Besitzerin Margaretha von Schneckenreith verkaufte an die „Gemain Luden“ die Burg Gaber, die aber damals bereits verlassen war. Heute steht dort nur mehr die Ruine der gotischen Gaberkirche im Wald. Im Dorf wird immer noch stolz erzählt, dass die adelige Frau bei einem Dorftanz so von den Ludener Bauernburschen begeistert war, dass sie ihnen die Grundstücke schenkte. Aber der Vertrag zeigt, dass in Luden finanzkräftige Bauern saßen, die das Geld zum Kauf der Grundstücke aufbringen konnten.
Stadtarchivar Erich Kerschbaumer bedankte sich bei den Ortsvorstehern und hofft, dass noch mehr alte Unterlagen aus den Dörfern in das Stadtarchiv kommen – denn diese Schriftstücke sind ja nicht das private Eigentum eines früheren Ortsvorstehers, sondern sind für die Dorfgeschichte ganz wesentlich. Im Stadtarchiv in Raabs werden die alten Unterlagen gesichert verwahrt und stehen den Dörfern auch jederzeit zur Verfügung.


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