Geplantes Sägewerk in Summerau: Anrainer fürchten um ihre Lebensqualität
RAINBACH. Um ihre Sicherheit und Lebensqualität sorgt sich eine größere Gruppe betroffener Anrainer wegen des geplanten Sägewerks der Firma Handlos. Das Unternehmen aus Tragwein will einen Betrieb auf einer 14 Hektar großen Fläche zwischen dem Bahnhof und der Summerauer Straße errichten.

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen das Projekt, wohl aber gegen die Dimensionen. Das zuvor gut drei Hektar große Betriebsbaugebiet ist mit einem Mal fast fünfmal so groß. Der Abstand zu manchen Häusern beträgt deutlich weniger als einhundert Meter“, sagt die Aktionsgruppe SummeRain, für die sich betroffene Anrainer zusammengefunden haben.
„Die Wirtschaft darf nicht vor den Menschen stehen“
„Wir wollen unsere Rechte wahren und keine Abstriche in punkto Sicherheit und Lebensqualität machen. Das Projekt darf nicht auf unsere Kosten gehen und die Wirtschaft nicht vor den Menschen stehen.“
Sägewerk und S10
Bei jährlich 300.000 Festmetern Holz, die in das Sägewerk geliefert und dort verarbeitet werden sollen, fürchten die Anrainer wegen Lärm, Staub und Abgasen um ihre Gesundheit und Lebensqualität: „Hier denken wir auch an die bereits geplante S10, die zwischen Summerau und Rainbach verlaufen und deren Auf- und Abfahrt in der Kranklau unweit des Betriebsbaugebiets liegen wird. Wir möchten weiterhin eine lebendige Ortsgemeinschaft bleiben und kein Anhängsel an das Industriegebiet S10-Auf- und Abfahrt Rainbach sein.“
Anrainer: „Wir fühlen uns nicht ernst genommen“
Sorgen macht der Aktionsgruppe auch der zu erwartende Schwerverkehr durch die Holztransporte auf der Summerauer Straße: „Es geht um die Sicherheit unserer Kinder.“
Dass das Sägewerk in einem Wasserschongebiet gebaut werden soll, löst bei den Anrainern ebenso große Bedenken aus. Sie sehen die Qualität und die Menge des Trinkwassers im gesamten Freistädter Raum gefährdet.
„Auf unsere Sorgen und Bedenken wird nicht eingegangen, sondern immer nur beschwichtigt. Wir fühlen uns nicht ernst genommen“, kritisiert die Aktionsgruppe.
Handlos: „Wir halten die Gesetze ein“
Die Firma Handlos hat das Projekt bereits zur Vorbegutachtung für das Gewerberechtsverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft Freistadt vorgelegt. „Es gibt gesetzliche Rahmenbedingungen, welche wir selbstverständlich einhalten werden – nicht mehr und nicht weniger“, stellt Peter Handlos, Bruder von Firmenchef Herbert Handlos, klar.
„Sind um Konsens bemüht“
„Ich verstehe die Sorgen und Bedenken der Anrainer durchaus. Uns war von Anfang an klar, dass das Projekt keine uneingeschränkten Begeisterungsstürme auslösen wird“, sagt Peter Handlos. „Aber wir sind um einen Konsens bemüht und versuchen, das Einvernehmen zu finden. Wir wollen das Projekt nicht auf Biegen und Brechen durchdrücken und dann im Betrieb den Krieg mit den Anrainern haben. Es müssen sich allerdings beide Seiten fair und korrekt verhalten.“
Bekenntnis zu heimischem Standort
Das Handtuch werfen will die Firma Handlos ob des Widerstands in Summerau nicht: „Ein bisschen mühsam wird die Sache langsam schon. Die Alternative zum Standort Summerau wäre, ins Ausland zu gehen. Aber genau das wollen wir ja nicht, sondern wir möchten ausdrücklich im Bezirk Freistadt bleiben“, unterstreicht Peter Handlos.
Bürgermeister: „Es wird nicht einfach leichtfertig etwas hingepflastert“
„Die Firma Handlos ist wirklich sehr bemüht und hat schon einige Verbesserungen für die Anrainer in das Projekt eingebracht. Es mag sein, dass das manchen noch zu wenig ist, aber ich bin jetzt seit 17 Jahren Bürgermeister und weiß, man kann es eben nicht immer allen recht machen“, sagt Rainbachs Bürgermeister Fritz Stockinger und versichert: „Ich nehme die Anliegen der Anrainer sehr ernst. Es wird nicht einfach leichtfertig etwas hingepflastert.“


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31.07.2019 08:44
"Es müssen sich allerdings beide Seiten fair und korrekt ver
Oftmals besteht eine sehr enge Verbindung zwischen Wirtschaftstreibende und Politik, natürlich zum Vorteil der Wirtschaft, denn es geht ja schließlich ums Geld. Soviel zu Thema Fairness!
11.08.2019 23:38
Leichtfertig
Leichtfertig kann sich heute kein Bürger-Meister mehr erlauben irgendwo irgendwas hinzupflastern, das zu betonen erübrigt sich, und dass jeder die Gesetze einzuhalten hat auch. Meines Wissens gibt es in dieser Gemeinde ein Gewerbegebiet, welches, wenn nötig, zu erweitern der logische Weg und den Gemeinde-Bürgern plausibel zu erklären wäre. Ohne ein Anhänger erfundener Verschwörungstheorien zu sein, so liegt doch der Verdacht nahe, dass das Ausmaß des zur Frage stehenden Industriebetriebes schon bekannt war, als die Größe von ca. drei Hektar kolportiert wurden. Hört sich ja viel weniger dramatisch an, für eine Betriebsansiedlung mitten in einem sehr lebenswerten Wohngebiet, noch dazu mit optimal möglicher Bahnanbindung. Nur, wer plant sowas, und möchte dann fast das Fünffache verbauen?
31.07.2019 07:12
Wie überall
Wie fast überall, gehen nur die Firmen vor. Hagenberg ist ein gutes Beispiel.. Mensch, Tier u Umwelt bleiben aif der Strecke. Bald ist ganz Österreich zugebaut. Dann können wir auch nur mehr in s Ausland flüchten...