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ROITEN. Seit 23 Jahren wird jedes Jahr am 31. März, am Tag des Waldes, der Baum des Jahres ausgezeichnet. Heuer ist dies der Wacholder, ein wahrer „Wunderknabe“, der leider vielfach in Vergessenheit geraten ist. Dem soll nun entgegengewirkt werden, der Verein zur Förderung des Waldes lud nun zu Infoveranstaltung, wo der Baum des Jahres ganz bewusst im Mittelpunkt stand.

Beim Ausflug zu naheliegenden Wachholderbäumen: hier in Roiten wachsen noch einige Exemplare.
  1 / 33   Beim Ausflug zu naheliegenden Wachholderbäumen: hier in Roiten wachsen noch einige Exemplare.

Wildgerichte, kräftige Braten oder Eintöpfe kommen ohne ihn nicht aus. Fest verankert im kulinarischen Sektor ist er auch als Aromageber diverser Schnäpse, wie dem Gin nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom allseits bekannten Wacholder. Doch wie schaut dieser aus, wo ist er noch beheimatet, und vor allem wie kann man ihm wieder zu mehr Aufwind verhelfen? Das stand am 14. Oktober bei einer Infoveranstaltung im Fokus.

Nur mehr selten zu finden

Während er früher beinahe auf jedem Feldrain beheimatet war, ist er heute nur mehr selten zu finden. Dennoch gehören  der Wacholder und das Waldviertel durchaus zusammen, weiß der Ideengeber der Veranstaltung, Ewald Altenhofer vom Ökokreis. Mit dem Infotag soll der Baum des Jahres 2017 wieder vermehrt  in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung treten.

Sympathischer „Wunderknabe“

Wacholder gilt als ein Überlebenskünstler der besonderen Art, der mit nährstoffarmen, trockenen Standorten gut zu recht kommt, sehr langsam wächst, aber als wahrer Sonnenanbeter viel Licht benötigt, informiert Altenhofer. Die Beerenzapfen wurden bereits im Mittelalter als eine der wichtigsten Heil- und Arzneipflanzen wegen ihrer magenstärkenden, desinfizierenden und blutreinigenden Wirkung eingesetzt. „Er ist sympathisch,  er kann alles und ein Wunderknabe, der weltweit vorkommt, ob in Religion oder Kulinarik, ob in fester oder flüssiger Form“, bringt es Hermine Hackl, Generalsekretärin der Kooperationsplattform Forst Holz Papier, auf den Punkt. Seit letztem Jahr gibt es sogar ein eigens gebrautes Wacholderbier, wie sie verrät.

„Wacholder-Ideenbörse“

Im Rahmen einer Ideenbörse wurden weiters verschiedenste Vorschläge diskutiert. An Gilbert Schulmeister von der Straßenmeisterei richtete man die Idee, sandige Böschungen oder gar Kreisverkehre mit Wacholder zu bepflanzen. Vorsicht sei allerdings bezüglich der möglichen Salzunverträglichkeit gegeben.

Im Jagdsektor werde man sich bemühen, den Wacholder in die Wildökolandaktion aufzunehmen, die die Förderung der Wiederanpflanzung von Hecken für neue Lebensräume vorsieht.

Auch an den Schulen im Bezirk könnte man das Thema im Zuge eines fächerübergreifenden Projekttages mit speziellen  Kocheinheiten aufgreifen, meint  Andrea Strohmayer, Direktorin der NMS Rappottenstein. Damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

Im Tischlereibereich gäbe es tolle Möglichkeiten mit dem wunderschönen, und duftendem Holz kreative Einzelstücke herzustellen, meint Tischlermeister Hermann Neulinger.

Erste Maßnahmen

So dürfte man in Zukunft noch einiges hören, vom „Wunderknaben“ Wacholder. Damit man in unserer Region die aromatische Heilpflanze wieder öfters sprießt, wird man in einem ersten Schritt mit den umliegenden Baumschulen Kontakt aufnehmen, Anlaufstelle  für weitere  Informationen ist der Verein zur Förderung des Waldes.

Veranstaltungstipp:  Im Zuge des Infoabends „Trockenheit, Käfer, Wildverbiss – ist unser Wald noch zu retten“, am 17. November 19.30 Uhr (Mehrzweckhalle Waldhausen) wird auch Wacholder wieder zum Thema werden. Ein Besuch in der „Wacholder-Tischlerei“ der Neulingers sowie die abschließende Verkostung des flüssigen Guts in der Destillerie Rogner, des Gins, rundete den informativen Tag ab.


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