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REINSBERG. Am 21. Mai findet rund um die Burgruine die Opernwanderung „Hänsel und Gretel“ statt. Tips interviewte Intendantin Anna Bernreitner vorab.

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Tips: Wie kam es zu der Idee, Opern in einer realen Kulisse aufzuführen?

Anna Bernreitner:2011 bin ich zufällig auf ein Stück gestoßen, dass sich „Doktor und Apotheker“ nennt. Eine Romeo und Julia–Geschichte zwischen Doktorssohn und Apothekerstochter. So sehr der Doktor und der Apotheker im Dorf auch zerstritten sind, die Kinder lieben sich und finden zusammen. Da ich selbst Apothekerstochter bin und in Aschbach-Markt Apotheke und Arztpraxis genau neben einandern stehen, habe ich sofort das perfekte Bühnenbild für dieses Stück quasi vor der eigenen Haustür gefunden.

Tips: Warum gerade Opern?

Bernreitner: Opernstücke schaffen mit ihren besonderen Geschichten und der hinreißenden Musik Platz für große Emotionen - Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Rache, Lebensfreude. Emotionen, die wir kennen und in uns tragen, denen wir aber im Stress des Alltags oft nicht mehr genug Raum geben.

Tips: Was steht hinter dem Konzept der Oper rundum?

Bernreitner: Oper rundum bringt Oper an ungewöhnlichen Schauplätzen zur Aufführung und noch dazu an Orten, die zum jeweils ausgesuchten Stück inhaltlich passen. Wir bringen die Oper nach draußen und wollen die Menschen mit Oper überraschen. Wir wollen so Leute erreichen, die glauben nichts mit Oper anfangen zu können. Ich glaube aber, dass jeder etwas mit Oper anfangen kann, es geht nur darum den richtigen Zugang zu finden. Deshalb muss Oper lebendig, verständlich und mitreißend gezeigt werden.

Tips: In Reinsberg wird wie bereits im Vorjahr Hänsel und Gretel aufgeführt. Warum gerade diese Oper an diesem Ort?

Bernreitner: „Hänsel und Gretel“ spielt in der Originalfassung von E. Humperdinck zuerst bei den Kindern zuhause. Immer wenn ich das Stück in einem Opernhaus gesehen habe, fand ich es schade, dass das Publikum bei dieser Abenteuerreise zwar zuschauen, aber nicht wirklich mitgehen konnte. Außerdem sieht man auf Bühnen leider oft wirklich schlecht nachgebauten Wald. Deshalb kam ich auf die Idee, die Oper dort spielen zu lassen, wo sie auch stattfindet: mitten im Wald. Als Zuschauer kann man mitgehen, staunen und bei uns auch mitkosten.

Tips: Wie lange dauerte die Umsetzung, also die Zeitspanne zwischen der ersten Idee bis zur Aufführung?

Bernreitner:Genau kann man diesen Zeitraum nicht festlegen. Manchmal schlummern Ideen Jahre in einem, bevor plötzlich der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort gefunden sind und man weiß, so jetzt passt es. Dann braucht man noch das Geld dazu, um überhaupt zu produzieren. Steht das alles, beginnt man die Sänger auszusuchen und das restliche Team zusammen zu stellen. Meistens probt man dann zirka vier Wochen in einem Proberaum und schließlich noch ein bis zwei Wochen am Originalschauplatz. Es vergeht also viel Zeit und steckt jede Menge Energie hinter einer einzigen Produktion.

Tips: Bestimmt ein bereits ausgesuchter Ort das Stück oder sucht man nach der Festlegung einer Inszenierung den richtigen Ort für die Aufführung?

Bernreitner: Das ist ganz unterschiedlich. Bei „Hänsel und Gretel“ wusste ich, dass ich dieses Stück machen möchte und dann habe ich nach einem Wald gesucht. Erstmals haben wir diese Kinder-Opern-Wanderung im Waldviertel in der Blockheide Gmünd gezeigt.

Tips: Wie schwierig ist es, eine geeignete Location beziehungsweise im anderen Fall eine geeignete Oper zu finden?

Bernreitner:Es ist nicht schwierig, einen tollen Ort oder eine unterhaltsame Oper zu finden. Ideen gibt es genug. Es ist immer nur schwierig, genug Geld zu finden, um eine Produktion finanzieren zu können.

Tips: Welche Stücke werden heuer noch bei der Oper rundum zu sehen sein?

Bernreitner:Im Juni zeigen wir an verschiedenen öffentlichen Schauplätzen in ganz Wien „Rettet Pamina! Die Zauberflöte - Oper zur freien Wahl“. Das Stück richtet sich an ein junges Publikum ab sechs Jahren und das Besondere an diesem Konzept ist, dass die Zuschauer durch bestimmte Entscheidungen den Handlungsverlauf maßgeblich beeinflussen. Wer soll Pamina retten? Tamino oder Papageno? Dieses Stück findet im Rahmen des „Wir sind Wien.Festivals 2017“ statt. Außerdem freue ich mich sehr im Sommer erstmals in Waidhofen am der Ybbs Oper zu spielen. Wir zeigen Mozarts „Don Giovanni“ rund um das Schloss Rothschild – ein wahrer Opernkrimi mit der tollsten Musik. Die Vorstellungen finden am 17., 20., 21., 23. und 24. August statt.

Hänsel und Gretel

Sonntag, 21. Mai, 15 Uhr

Burgarena Reinsberg


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