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RIED IM TRAUNKREIS. Der Rieder Ortsbauernobmann Andreas Fischereder weiß aus eigener Erfahrung, dass es klein strukturierte Landwirtschaftsbetriebe nicht leicht haben. So erscheint es ihm sinnvoll, einige größere Maschinen gemeinsam mit anderen Bauern zu kaufen.

Ortsbauernobmann Andreas Fischereder vor dem Traktor und Rückewagen, Foto: Egelseder
Ortsbauernobmann Andreas Fischereder vor dem Traktor und Rückewagen, Foto: Egelseder

Andreas Fischereder stellt aktuell seine Landwirtschaft von einem Milchvieh- und Zuchtbetrieb auf Mastschweine um. „Von überall ein bisschen etwas zu machen, funktioniert nicht mehr, weil der Aufwand für jede Sparte zu hoch ist“, erklärt der zweifache Vater. Deshalb hat er seinen konventionellen Betrieb nun auf die Aufzucht und Mast von Schweinen spezialisiert. Mit 300 Mastschweinen und 170 Ferkelplätzen ist der Hof des 42-Jährigen eine klein strukturierte Landwirtschaft. Das sei eine Herausforderung, denn „bei der Größe geht es ohne einen Zuverdienst zusätzlich zur Landwirtschaft nicht mehr“, so Fischereder, der auch Lkw-Fahrer ist.

Gemeinschaftsmaschinen

Einige Bauern aus Ried und Nachbargemeinden haben gemeinsam größere Maschinen gekauft. Das erspart den Landwirten hohe Kosten für Maschinen, die ohnehin nicht so oft gebraucht werden. Ein Gemeinschaftskauf ist die Gülleverschlauchung. Dabei wird die Gülle vom Lagerbehälter über einen 1200 Meter langen Schlauch auf das Feld gepumpt. „Durch die bodennahe Ausbringung entstehen weniger Verluste und Gestank. Diese Technik ist sehr bodenschonend und die Leistung ist enorm. Man ist dreimal so schnell“, zählt Andreas Fischereder die Vorteile auf. Ein Nachteil ist, dass die Felder im Umkreis des Bauernhofes liegen müssen.

Zukunft der Landwirtschaft

„Die Schweinepreiskurve ist in den vergangenen 20 Jahren nicht gestiegen, jedoch sind die Produktionskosten und die Lebenserhaltungskosten gestiegen. Die Qualitätsstandards sind in Österreich höher als in der EU. Bei einem höheren Aufwand müssen wir aber mit dem Preis der EU mithalten“, erklärt Fischereder die aktuell schwierige Situation: “Wir haben mit der freien Marktwirtschaft zu kämpfen. Alles, was zu viel ist, macht einen schlechten Preis. Doch eine Überproduktion ist schwierig einzudämmen.“

Viel Handlungsbedarf

Er sieht noch viel Handlungsbedarf, „dass der Konsument die regionalen Produkte im Handel gleich erkennt und diese auch kauft.“ Dafür sei die Kennzeichnung und Werbung wichtig.  “Die Hofroas in Ried war überraschend ein super Erfolg, damit konnten wir vielen Besuchern Landwirtschaft erklären. Auch Plakataktionen und Aktionen mit Schulklassen sind wichtig. Außerdem wäre es sicher eine gute Sache, wenn auch in der Gastronomie und in den Großküchen österreichische Produkte verwendet werden.“

In Ried gibt es großteils Schweinezucht und -mastbetriebe. „Ich hoffe, dass die Landwirtschaft im Ort weiterhin in dieser Struktur betrieben werden kann und dass so kleine Betriebe wie wir auch in Zukunft eine Chance haben, denn wenn einer größer wird, müssen meistens zwei aufhören“, so Fischereder, „wir schauen positiv in die Zukunft, dass jeder wieder so viel verdient, dass er wirtschaftlich wirtschaften kann. Beste Qualität produzieren, auf den Konsumenten eingehen und auf die Umwelt schauen – der Weg geht bereits in die richtige Richtung.“


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