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ROSELDORF. Zum zweiten Mal in Folge hält die Trockenheit Österreichs Erdäpfelfelder fest im  Griff. Ein  hoher  Schädlingsdruck  und neue  Krankheiten  sind  die  Folge. In Österreich  wird  eine  unterdurchschnittliche  Ernte  in  guter  Qualität  erwartet. Der Importdruck, den andere Anbaugebiete Europas auf den österreichischen Markt  ausüben, wird  heuer  geringer  ausfallen,  da  sie  ebenfalls  mit  fehlenden Mengen aufgrund der Trockenheit und Hitze rechnen müssen. Eine Versorgung des heimischen Marktes mit Erdäpfeln aus Österreich ist aber gewährleistet.  

(V.l.) Obmann der Vereinigung Österreichischer Stärkekartoffelproduzenten Gerhard Bayer, Obmann-Stellvertreter der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau Karl Scharitzer, Branchevertreter Speiseindustriekartoffelsektor Wolfgang List, Obmann der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau Franz Wanzenböck und Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsident Otto Auer. Foto: LK NÖ/Eva Lechner

Niederösterreich  ist  und  bleibt  wichtiger  Hot-Spot,  wenn  es  um  die  Versorgung  mit heimischen Erdäpfeln geht. „Über 5.000 Bäuerinnen und Bauern sorgen dafür, dass wir das ganze  Jahr  über  unsere  Lieblingsbeilage  den  Erdapfel  in  bester  Qualität  auf  den  Teller bekommen.  Daran  hat  sich  auch  heuer  nichts  geändert.  Allerdings  wurde  uns  durch  die Trockenheit  einmal  mehr  vor  Augen  geführt,  dass  wir  uns  Strategien  für  die  Zukunft überlegen müssen. Der Klimawandel ist auf unseren Feldern angekommen und mit ihm neue Krankheiten  und  ein  erhöhter  Schädlingsdruck“,  erklärt  Landwirtschaftskammer  NÖ-Vizepräsident Otto Auer. In Österreich geht man von einer unterdurchschnittlichen Ernte in guter Qualität aus. „Es ist heuer sehr regionsabhängig. In manchen Gegenden waren bis Juli Niederschläge  da,  während  andere  Regionen  von  Beginn  an  mit  starker  Trockenheit  zu kämpfen hatten. Einige Flächen werden von Bäuerinnen und Bauern auch bereits beregnet“, erklärt Franz Wanzenböck, Obmann der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.  

Neben  der  Trockenheit  waren  es  vor  allem  Handelsketten,  welche  die  Branche  in  Atem hielten. „Obwohl es heuer zeitig österreichische „Heurige“ gab, haben einige Ketten erst spät auf  heimische  Ware  umgestellt.  Stattdessen  fanden  sich  sehr  lange  Frühkartoffeln  aus Spanien oder alterntige aus Frankreich in den Regalen. Für uns in der Branche ist das nur schwer nachvollziehbar. Regionalität liegt im Trend und wird in der Werbung hervorgehoben, dieser  Regionalitätsgedanke  sollte  aber  auch  tatsächlich  umgesetzt  werden.  Bei  der Lagerware funktioniert es ja schon gut und die Konsumenten können das ganze Jahr über österreichische Erdäpfel in den Regalen finden“, so Wanzenböck und empfiehlt beim Einkauf auf das AMA-Gütesiegel zu achten. 

Trotz Einbußen genug Mengen auch bei Industriekartoffeln vorhanden

Stärkekartoffeln werden vor allem im Waldviertel angebaut, wo die Witterungsbedingungen bis  Mitte  Juli  noch  durchwegs  gut  waren.  „Das  Ertragspotential  kann  aufgrund  der Trockenheit im August nicht zur Gänze ausgeschöpft werden“, erklärt Gerhard Bayer. Trotz allem  kann  die  Stärkefabrik  in  Gmünd  ausreichend  mit  Rohstoff  versorgt  werden.  Die Versorgungssicherheit  ist  auch  im  Speiseindustriekartoffelsektor  gegeben,  wie Branchevertreter  Wolfgang  List  berichtet:  „Unsere  Flächen  liegen  meist  im Beregnungsgebiet.  Somit  wird  es  genug  Pommes  und  Chips  aus  Österreich  geben,  auch wenn einzelne Betriebe größere Ertragseinbußen verzeichnen müssen.“


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