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Pepi Reiter geht in Rente: UJZ Mühlviertel startet mit neuem Trainer in die Saison

Sebastian Wallner, 20.03.2018 11:00

ROHRBACH-BERG. Mit einem neuen Trainer startet das UJZ Mühlviertel am Samstag um 19.30 Uhr in der Bezirkssporthalle Rohrbach gegen Multikraft Wels in die neue Bundesliga-Saison. Martin Schlögl übernahm den Trainerposten von Pepi Reiter.  

Pepi Reiter (l.) übergab das Traineramt an Martin Schlögl Foto: Oliver Sellner/ÖJV
  1 / 2   Pepi Reiter (l.) übergab das Traineramt an Martin Schlögl Foto: Oliver Sellner/ÖJV

„Ich habe Platz gemacht für Jüngere“, begründet Reiter diesen Schritt, den er bereits beim Final Four im Dezember angekündigt hatte. „Und ich glaube, dieser Wechsel ist gut. Sollte ich gebraucht werden, helfe ich gerne.“ Reiter hat das Team seit 1995 mit Unterbrechungen (1999, 2003) trainiert.

Guter Rückhalt in der Mannschaft

Der Wechsel auf dem Trainersessel hatte sich vergangenen Herbst angedeutet. Durch sein Mitwirken als Assistent bei den Partien gegen Wimpassing, Dynamic One und beim Final Four hatte sich Schlögl einen guten Stand bei den Kämpfern erarbeitet. Hinzu kommt, dass er aus den nachdrängenden Jungen ein „UJZ-Farmteam“ formte, mit dem er in der Saison 2017 auf Anhieb den Titel in der 2. Bundesliga holte.

„Als aufkam, dass sich Pepi zurückzieht, habe ich mit den Kämpfern gesprochen, ob sie wollen, dass ich das mache. Dieser Rückhalt ist mir wichtig“, sagt der 27-Jährige, der nun seine eigene Linie finden wolle. Dabei möchte er den Generationenwechsel vorantreiben - auch wenn das auf Kosten des kurzfristigen Erfolgs geht. „Es wird sicher auch Kritik geben von außen, warum ich auf den einen setze und auf einen anderen nicht“, ist sich Schlögl bewusst.

Saisonausblick

Einige Spitzenteams der Bundesliga haben einen Schritt nach vorne gemacht. Wimpassing ist nach der Rückholung von Junioren-Europameister Aaron Fara ebenso ganz weit vorne zu erwarten wie auch Auftaktgegner Wels, wo im Herbst mit den Brüdern Wachid und Shamil Borchashvili zwei Kämpfer die Staatsbürgerschaft erhielten, die national absolut top sind.

Bei Meister Galaxy vollzug Marko Bubanja innerhalb von zwei Jahren seinen zweiten Nationenwechsel: Nachdem der 90 Kilo Kämpfer von Österreich zu sein Geburtsland Montenegro gewechselt war, ist er nun wieder für Österreich startberechtigt, sprich: er benötigt keinen Legionärsplatz mehr. „Mit Galaxy, Wimpassing, Wels, Flachgau und uns stellen fünf Teams einen Anspruch auf einen Platz im Final Four“, weiß Schlögl, der das Final Four ebenfalls als Ziel ausgibt.

„Das wird ein extrem schwieriges Jahr“, sagt Schlögl und spielt damit auch auf die im Mai beginnende Olympia-Qualifikation an. Wegen dieser wird Daniel Allerstorfer oft fehlen. „Und Dani können wir nicht ersetzen“, ist sich der Neo-Trainer bewusst. 

Belgisches Kraftpaket im Anflug

Angesichts des Gerangels um die Final Four Plätze ist das OÖ-Derby am Samstag bereits richtungsweisend. Schlögl: „Das ist schon der erste Saison-Knackpunkt.“ Den Mühlviertlern spielt dabei in die Karten, dass sich der Welser 66 Kilo Staatsmeister Wachid Borchashvili bei den European Open vor einem Monat in Oberwart den Ellbogen gebrochen hat. Allerdings bezieht sich der Ausfall auf jene Gewichtsklasse, welche die Welser mit Thomas Haminger am besten ersetzen können. 

Das UJZ löste zu Saisonbeginn drei Lizenzen für Legionäre - allesamt alte Bekannte: der kroatische 81-Kilogramm-Rohdiamant Dominik Druzeta, der schwedische Dauerbrenner Marcus Nyman ( bis 90 Kilo), der im Herzen schon ein UJZ'ler ist, sowie das belgische Kraftpaket Toma Nikiforov. Letzterer hatte im vergangenen Jahr überrascht. Obwohl der 25-Jährige „nur“ ein 100er ist, mischte er die hochdotierte Open-WM (ohne Gewichtsklassen) auf. Für seinen zweiten Platz kassierte er 70.000 Euro, welche er gut investierte. Nikiforov kaufte sich ein Haus und hielt nach seinem ersten belgischen Meistertitel noch auf der Matte um die Hand seiner Freundin an. Sie sagte ja.

Nachwuchs wichtiger als Bundesliga

Wichtiger als die Bundesliga ist für Klub-Präsident Franz Haugeneder aber der Nachwuchs. Zwar wurde das UJZ mit seinen 505 Kämpfern kürzlich erneut als größter Judo-Verein Oberösterreichs ausgezeichnet, man will aber die Power aus dem Nachwuchs auch in die höheren Altersklassen bringen. Gelingen soll das einerseits über verstärkte Trainingsmaßnahmen, andererseits wolle man das Gruppenerlebnis verstärken so Haugeneder.


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