St. Martinerin leitete das Faustball-Finale bei den World Games

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Sebastian Wallner Tips Redaktion Sebastian Wallner, 11.08.2022 20:00 Uhr

ST. MARTIN/MÜHLKREIS. Ohne Schiedsrichter kein Spiel. Trotzdem stehen sie meistens nur bei Fehlentscheidungen im Mittelpunkt und werden ansonsten als selbstverständlich angesehen. Tanja Simader (43) aus St. Martin war vor Kurzem bei den World Games in Birmingham in den USA als Faustball-Schiedsrichterin im Einsatz; unter anderem im Finale. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen und wie sie überhaupt zum „Pfeifen“ gekommen ist.

Tips: Wie bist du als aktive Sportlerin und Trainerin dazu gekommen, Schiedsrichterin zu werden?

Simader: Als ich mein Amt als Teamtrainerin für die weibliche Jugendnationalmannschaft zurücklegte (nach zwei Welt- und Europameistertitel), habe ich beschlossen: „Ich bin und bleibe immer eine Faustballerin und möchte auch weiterhin dem Faustballsport nah sein und diesen unterstützen.“ Daraufhin habe ich mich für die nächste Bundesschiedsrichterausbildung angemeldet.

Tips: Wie läuft diese Schiedsrichter-Ausbildung ab?

Simader: Die Ausbildungen für Landes- und Bundesligaschiedsrichter umfasst einen theoretischen Teil mit einer schriftlichen Prüfung. Für die Bundesligaschiedsrichter kommt ein Praxisteil hinzu. Dabei müssen die Auszubildenden bei einer Veranstaltung, zum Beispiel bei der U18 Staatsmeisterschaft oder in der Bundesliga, Spiele als Schiedsrichter wie auch als Linienrichter absolvieren. Ein Prüfer von der Schiedsrichterkommission beobachtet und bewertet alles. Alle drei Jahre ist eine Fortbildung zu machen, damit die Lizenz aufrechtbleibt. Als internationaler Schiedsrichter wird man vom Österreichischen Faustballbund (ÖFBB) nominiert. Der internationale Faustballverband (IFA) entscheidet über die Aufnahme in den Schiedsrichterpool für internationale Veranstaltungen.

Tips: Muss man dann ähnlich wie beim Fußball in den untersten Ligen beginnen, oder darf man gleich Bundesliga pfeifen?

Simader: In der Bezirksliga, der untersten Liga, versuchen wir Jüngere ins Schiedsrichterwesen einzubauen, damit Erfahrung gesammelt werden kann. Trotzdem pfeifen hier meist Erwachsene, da diese ja schon viel mehr Praxis haben. Mit dem vollendeten 15. Lebensjahr kann die Landesschiedsrichterausbildung gemacht werden. Dies ist auch sehr wichtig, denn in der Bundesliga (oberste Liga) müssen die Linienrichter mindestens die Landesschiedsrichterlizenz haben. Für den Schiedsrichtereinsatz bei Bundesligaspielen bedarf es der Bundesschiedsrichterlizenz.

Tips: Die World Games waren sowohl für Spieler als auch für Betreuer und sicher auch für Schiedsrichter ein Highlight. Kannst du die Veranstaltung für uns kurz Revue passieren lassen?

Simader: Bei den World Games sind nur Sportarten vertreten, die nicht olympisch sind. Im Juli 2022 fanden diese in Birmingham statt. Die USA als Veranstalter – das garantiert viel Glamour, Musik, viel Publikum und ein großes Feuerwerk, wie bei der Eröffnungszeremonie im 40.000 Zuschauer fassenden Stadion. Für mich war es eine große Ehre, Österreich als erste Faustballschiedsrichterin zu vertreten. Jedes Spiel, das ich als vierte Assistentin, als Linienrichterin oder Referee begleiten durfte, empfand ich als Privileg. Bei den diesjährigen Spielen wurde Faustballgeschichte geschrieben. Erstmals wurde auch ein Damenbewerb ausgetragen. Mein persönliches Highlight war, dass ich das erste Frauenfinale (Deutschland gegen Schweiz) bei World Games als Schiedsrichterin leiten durfte. In Erinnerung bleiben mir das unbeschreibliche Flair, viele tolle Erlebnisse, sehr gute Faustballspiele und die persönlichen Momente innerhalb der Faustballfamilie.

Tips: Das Schiedsrichterwesen im Fußball ist hoch technisiert. Wie sieht's im Faustball aus?

Simader: Ähnlich wie im Fußball gibt es ein Funkgerät, über das die Schiedsrichter kommunizieren können.

Tips: Gibt's typische Spielsituationen, die überdurchschnittlich oft zu Diskussionen führen?

Simader: Oh ja, hier haben wir den sogenannten Übertritt. Der Schläger darf bei der Angabe mit dem Standbein die Drei-Meter-Linie/Servicelinie nicht berühren. Da es verschiedene Möglichkeiten für den Service gibt (Angabe aus dem Stehen, Gehen, Laufen, Sprung) und dieser auch oft sehr schnell ist, kann es zu heißen Diskussionen bei Zusehern, bei Coaches und Spielern kommen. Daher ist es wichtig, dass wir Schiedsrichter nicht erst kurz vor dem Spielbeginn vor Ort sind. Ich selber sehe den Mannschaften beim Aufwärmen vor dem Start zu und kann mir daher ein sehr gutes Bild machen.

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