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Julbacher Florian Gabriel war Teil des Siegerteams bei der Rallye Dakar

Online Redaktion, 17.04.2024 20:05

JULBACH. Nach fast 5.000 Wertungskilometern in der Wüste mit Platz eins zurück ins Mühlviertel: Der Julbacher Florian Gabriel war heuer als Teil des Medical Team der Mannschaft X-Raid/QMotorsport bei der Rallye Dakar dabei.

Hitze, Sand und mittendrin eine Physioliege: Florian Gabriel aus Julbach bei der Arbeit bei der Rallye Dakar (Foto: Audi Communications Motorsport)
photo_library Hitze, Sand und mittendrin eine Physioliege: Florian Gabriel aus Julbach bei der Arbeit bei der Rallye Dakar (Foto: Audi Communications Motorsport)

Die Rallye Dakar ist die härteste Rallye der Welt. Sie ist ein Test für Mensch und Maschine. Durch ihre reiche Geschichte und ihren Ruf ist sie für viele Fans ein Highlight im Kalender. Ursprünglich fand die Rallye von Paris nach Dakar statt. Die Strecke ändert sich jährlich und somit weiß man nie, womit man es zu tun bekommt. Bevor sie jedoch 2020 nach Saudi-Arabien wechselte, wurde sie zehn Jahre lang in Südamerika ausgetragen.

Heuer standen in den 14 Tagen Rallye knappe 8.000 Kilometer an, von denen 4.700 gewertet wurden. Heißt mit anderen Worten: Die Fahrer mussten fast täglich eine Strecke von knapp 600 Kilometern zurücklegen. Man könnte auch sagen: von Julbach nach Zürich, aber durch den Wald bzw. Offroad. Von schnellen unbefestigten Straßen, technisch anspruchsvollen, haushohen Dünen bis hin zu navigationsintensiven Abschnitten war alles dabei. Als ob das nicht reichen würde, gibt es jedes Jahr „Specials“, wie zum Beispiel Marathon Stages.

Auf diesen Etappen müssen die Fahrer in der Wüste schlafen und bekommen keine Unterstützung von der Crew. Das heißt somit selbst reparieren und dennoch versuchen, genug Schlaf zu bekommen. Nicht nur Fahrer werden auf der Strecke durchgeschüttelt, sondern auch die Autos müssen den Strapazen standhalten, wenn sie über Dünen springen. Das Event umfasst verschiedene Kategorien, darunter Bikes, Quads, Autos und Trucks. Insgesamt gingen 340 Teilnehmer an den Start, wobei es nur 182Fahrzeuge in Time ins Ziel schafften, eine Ausfallquote von knapp 50 Prozent.

Viel Arbeit, wenig Schlaf

„Nicht nur für die Fahrer, auch für uns als Teammitglieder ist es anstrengend. Auch wir müssen fast täglich das Camp wechseln und mehrere Stunden fahren, bei der Ankunft sofort unsere Lastwagen entladen und beim Aufbauen des Equipments helfen. Weiters ist die Stromversorgung ein wichtiger Punkt, der koordiniert werden muss. Auch für mich, damit es in meinem Physiobehandlungszelt warm und beleuchtet ist. Danach noch Schlafzelte aufstellen und schnell essen, bevor die Arbeit beginnt. Jeder von uns bekommt wenig bis gar keinen Schlaf. Die Küche, ein umgebauter Lkw, muss für alle Teammitglieder kochen und gleichzeitig ebenfalls fast täglich den Standort wechseln. Wäre das nicht schon anstrengend genug, müssen sie noch Lebensmittel und Wasser besorgen. Was in der Wüste alles andere als einfach ist. Die Mechaniker arbeiten fast die ganze Nacht am Auto, damit es wieder an den Start gehen kann. Denn viele der Teilnehmer kommen wegen der extremen Streckenverhältnisse erst relativ spät ins Ziel. Dies bedeutet, dass sie teilweise zwölf Stunden oder mehr auf der Strecke sind.

Wir Physiotherapeuten müssen warten, bis das letzte Auto im Camp ist, um die Fahrer bestmöglich für den nächsten Tag zu versorgen. Je nach Beschwerden und Anstrengung variiert die Therapie. Dies klappt eben nur, wenn das Team eingespielt ist. ,Teamwork makes the Dream work‘ oder noch besser formuliert: ,Dream. Dare. Live it.‘“

Carlos Sainz belohnte sein Team mit dem Sieg

„Trotz all der Strapazen ist es ein Wahnsinnserlebnis, die Landschaft Saudi-Arabiens, das Teamgefüge oder die Ungewissheit, was morgen kommt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man den Sonnenuntergang in der Wüste beobachtet oder in der Nacht aus dem Zelt krabbelt und tausende Sterne am Himmel sieht. Man trifft hier gleichgesinnte und knüpft tolle Freundschaften. Ich musste nicht lange nachdenken, als ich gefragt wurde, ob ich erneut im Medical Team sein möchte. Noch schöner ist es natürlich, wenn die ganze Mühe auch noch belohnt wird. Denn die 46. Rallye Dakar gewann unser Fahrer Carlos Sainz. Weiters holten Annett Quandt und Annie Seel den Preis für das schnellste Frauen-Team in unsere Mannschaft. In Time ins Ziel zukommen ist schon was Besonderes, es aber als reines Frauen-Team zu meistern ist schon wahnsinnig. Nur kurz daheim ging meine Reise weiternach Zürich, wo sich mein Lebensmittelpunkt befindet. Nach vollkommener Regeneration wird der nächste Schritt mein Masterabschluss in Sportphysiotherapie sein“, berichtet Florian Gabriel.


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