Blumaueralm: Ein Paradies für Schmetterlinge
ROSENAU AM HENGSTPASS. Zusammen mit dem bewaldeten Bodinggraben bildet die Blumaueralm im Nationalpark Kalkalpen einen der schönsten Talschlüsse Österreichs.

Die Blumaueralm gehört zum Gemeindegebiet Rosenau, sie ist jedoch nur von Molln aus über das Breitenautal zu erreichen. Zuletzt wandert man auf einer Forststraße vom Bodinggraben, entlang des Blöttenbaches und leicht ansteigend, durch Auwälder westwärts zur Alm. Sie liegt an der eintausend Meter hohen, fast senkrecht aufragenden Nordseite des Sengsengebirges. Besonders außergewöhnlich ist hier, dass sich Buchen weit hinauf bis zu den steilen Felswänden emporgekämpft haben, wo sich einzelne Bäume noch an bizarre Kalkrippen klammern und einzigartig neben Lärchen zu finden sind.
Gebäude bei Felssturz zerstört
1646 wird die Blumaueralm, damals als Plettenbachalm bezeichnet, erstmals urkundlich erwähnt. Es waren Bauern aus dem Windischgarstner Tal, die über Steyrsteg in die einstige Waldwildnis vordrangen. 1787 war die Alm im Besitz zweier Spitaler Bauern. Ein Schriftstück aus dem Jahr 1876 gibt dann bekannt, dass die halbe Alm der Theresia Zeitlinger, Sensengewerkin vom Hammer in der Strub (Molln), gehörte. 1880 musste dieser Almanteil wegen wirtschaftlicher Nöte der Zeitlingers an die Herrschaft Steyr verkauft werden. Das Almgebäude wurde am 3. März 1859 bei einem Felssturz zerstört. Es glich einem Wunder, dass niemand zu Schaden kam, war doch das Almgebäude bis nach dem zweiten Weltkrieg von einem Halterehepaar bewohnt.
Heute halten vier Mollner Familien die Weiderechte an der 38 Hektar großen Weidefläche. Es werden um die 30 Stück Rinder aufgetrieben. Da sich das Weidevieh am liebsten auf den Wiesen des Talbodens aufhält, werden die steilen Südhänge vom Rotwild intensiv genutzt.
Rund 400 Schmetterlingsarten
Auf der Blumaueralm gibt es eine hohe Biodiversität. Die immer seltener anzutreffende Arnika findet man hier häufig und gefährdete Arten wie der Fransen- und der Kranz-Enzian sorgen für Farbtupfer auf der Alm. Es treten, typisch für beweidete Flächen, auch Dornsträucher wie Rosen, Berberitzen, Weißdorn und auch die seltene Stechpalme auf. Bedingt durch die Pflanzenviefalt flattern um die 400 Schmetterlingsarten auf der Blumaueralm.


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